Hier könnte Ihre Werbung stehen,sprechen Sie uns an

Solingen: Max-Leven-Zentrum in Solingen feierlich eröffnet
© Stadt Solingen

Solingen: Max-Leven-Zentrum in Solingen feierlich eröffnet


Am Dienstag, 28. Oktober, hat das Stadtarchiv Solingen in Zusammenarbeit mit zahlreichen Unterstützern das Max-Leven-Zentrum (MLZ) eröffnet. Die neue Bildungs- und Gedenkstätte befindet sich am historischen Wohn- und Sterbeort von Max Leven. Mit dem Zentrum entsteht ein Ort, der die Geschichte der Solinger Arbeiterbewegung und der NS-Zeit sichtbar macht sowie zur aktiven Auseinandersetzung mit der Vergangenheit einlädt.

Zur Eröffnung versammelten sich zahlreiche Gäste, darunter Oberbürgermeister Tim Kurzbach, Vertreter aus Stadtverwaltung, Kommunal-, Landes- und Bundespolitik, Organisationen sowie Förderer und Unterstützer. Die Bildungs- und Gedenkstätte MLZ beleuchtet lokale Aspekte von Verfolgung und Widerstand. Unterstützt wurde das Projekt durch Fördermittel der Landeszentrale für politische Bildung NRW, des Landschaftsverbands Rheinland, der Gerd-Kaimer-Bürgerstiftung, der Stadt-Sparkasse Solingen sowie des Max-Leven-Zentrums Solingen e.V.

Während der Eröffnung sagte Oberbürgermeister Tim Kurzbach: „Ich wünsche dem Max-Leven-Zentrum, dass es niemals ein Museum wird, niemals ein Ort, an dem sich nur Expertinnen und Experten, Spezialisten und Spezialisten treffen. Ich wünsche dem Max-Leven-Zentrum, dass es ein Ort eines wirklich lebendigen Miteinanders wird, auch für diejenigen, die nicht immer einer Meinung sind.“

Für die Öffentlichkeit öffnet das Max-Leven-Zentrum erstmals am Sonntag, 2. November, von 11 Uhr bis 17 Uhr seine Türen.

Das Max-Leven-Zentrum

Mit einer breiten zivilgesellschaftlichen Initiative nahm Im Mai 2019 die Idee einer Bildungs- und Gedenkstätte an der Max-Leven-Gasse erstmals konkrete Gestalt an. Im Neubau der Stadt-Sparkasse Solingen sollte an dem historischen Ort der Druckerei, des Verlages und der Redaktion der „Bergischen Arbeiterstimme“ sowie der Wohnung von Max Leven eine Stätte der Erinnerung und Bildung entstehen. Der Rat der Stadt Solingen übernahm im September 2019 einstimmig die kommunale Trägerschaft der Bildungs- und Gedenkstätte. Unter der Leitung des Stadtarchivs Solingen wurde das Projekt konzipiert, realisiert und der zukünftige Betrieb organisiert. Die Dauerausstellung beleuchtet die Auswirkungen des Nationalsozialismus auf die Stadt Solingen und präsentiert Dokumente zur Geschichte der Solinger Arbeiterbewegung. Das Max-Leven-Zentrum widmet sich neben dem Leben und Wirken von Max Leven und seiner Familie auch besonders Änne Wagner, die in den 1920ern als junge Frau jahrelang in der Buchhandlung und Redaktion der „Bergischen Arbeiterstimme“ tätig war und darüber in ihren Lebenserinnerungen ausführlich berichtet hat. Das Max-Leven-Zentrum erinnert an die vielen vergessenen Stimmen, die durch Verfolgung und Gewalt zum Schweigen gebracht wurden.

Eintrag ins Goldene Buch

Bereits vor der offiziellen Eröffnung empfing Oberbürgermeister Tim Kurzbach die Nachfahren von Max Leven im Rathaus. Federico Leven, Victoria de los Angeles Leven und Maira Vazquez Leven trugen sich in das Goldene Buch der Stadt Solingen ein. Victoria de los Angeles und Federico Leven sind die Enkel von Heinz Leven, dem Sohn von Max und Emmi Leven. Maira Vazquez Leven ist Victoria de los Angeles Levens Tochter. Jeder der Angehörigen erhielt eine limitierte und gerahmte Originalfliese des Hauses Hochstraße 23 überreicht, in dem sich der Arbeitsort von Max Leven befand. Zu jeder Fliese wurde zudem eine Urkunde ausgehändigt. Insgesamt gibt es 66 Stück dieser Originalfliesen. 

 Über Max Leven

Max Leven wurde am 12. Juni 1882 in Diedenhofen geboren und lebte mit seiner Familie ab 1916 in Solingen. Als jüdischer Kommunist und Kulturkritiker der „Bergischen Arbeiterstimme“ engagierte er sich für politische Bildung und soziale Gerechtigkeit. In der Pogromnacht zum 10. November 1938 wurde er von NSDAP-Mitgliedern in seiner Wohnung ermordet. Seine Frau Emmi und die Töchter Anita und Hannah wurden im Holocaust deportiert und ermordet. Sein Sohn Heinz überlebte als einziger aus der Familie im Exil in Argentinien. An der Eröffnung des Max-Leven-Zentrums nahmen die drei Nachfahren von Heinz (Victoria, Federico und Maira Leven) als Ehrengäste teil.


Cookie Consent mit Real Cookie Banner