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Schalke 04 schreibt erneut schwarze Zahlen: Netto-Schulden erstmals seit 2017 unter 100 Millionen Euro
© FC Schalke 04

Schalke 04 schreibt erneut schwarze Zahlen: Netto-Schulden erstmals seit 2017 unter 100 Millionen Euro


Schalke 04 setzt finanziellen Aufwärtstrend fort

Der FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V. hat das Geschäftsjahr 2025/2026 mit einem positiven Konzernergebnis abgeschlossen und damit seine wirtschaftliche Stabilisierung weiter vorangetrieben. Die Königsblauen erwirtschafteten einen Konzernjahresüberschuss von 0,2 Millionen Euro und schreiben damit bereits das dritte volle Geschäftsjahr in Folge schwarze Zahlen.

Besonders bemerkenswert: Die Nettofinanzverbindlichkeiten des Traditionsvereins konnten erstmals seit dem Jahr 2017 wieder auf unter 100 Millionen Euro gesenkt werden. Gleichzeitig verbesserte Schalke seine Liquiditätslage deutlich und gewann damit wichtigen finanziellen Handlungsspielraum zurück.

Aufstieg und wirtschaftlicher Erfolg gehen Hand in Hand

Nach dem sportlich erfolgreichen Aufstieg blickt die Vereinsführung auch wirtschaftlich auf eine erfolgreiche Saison zurück. Trotz zusätzlicher Aufwendungen, die durch die Rückkehr in die Bundesliga entstanden, gelang es dem Verein, ein positives Konzernergebnis zu erzielen.

Damit erreichte Schalke das obere Ende seiner eigenen Prognose. Für den Aufstiegsfall hatte der Club ursprünglich ein Ergebnis zwischen einem niedrigen einstelligen Millionenverlust und einem ausgeglichenen Geschäftsjahr erwartet.

Liquidität deutlich verbessert

Ein zentraler Erfolgsfaktor war die deutliche Verbesserung der Liquiditätslage. Die verfügbaren liquiden Mittel stiegen innerhalb eines Jahres von 6,2 Millionen Euro auf 24,4 Millionen Euro.

Diese Entwicklung verschafft dem Verein mehr Stabilität und Sicherheit bei der Planung zukünftiger Investitionen sowie bei der Erfüllung wirtschaftlicher Anforderungen der Deutschen Fußball Liga.

Erfolgreiche Anleihe stärkt Finanzstruktur

Zu den wichtigsten Maßnahmen zählt die erfolgreiche Platzierung der Unternehmensanleihe 2025/2030 mit einem Volumen von 90 Millionen Euro.

Durch die Ausgabe der Anleihe konnte Schalke bestehende Verbindlichkeiten frühzeitig refinanzieren. Zudem wurden zwei landesverbürgte Darlehen vollständig abgelöst. Dadurch verbesserte sich die Finanzierungsstruktur des Vereins nachhaltig.

Nettofinanzverbindlichkeiten sinken unter wichtige Marke

Erstmals seit neun Jahren unterschreiten die Nettofinanzverbindlichkeiten wieder die psychologisch wichtige Marke von 100 Millionen Euro.

Für Schalke bedeutet dies einen bedeutenden Meilenstein auf dem Weg der wirtschaftlichen Konsolidierung. Nach den Belastungen durch die Corona-Pandemie und zwei Bundesliga-Abstiege galt die Entschuldung als eines der wichtigsten strategischen Ziele des Vereins.

Sponsoring-Einnahmen steigen deutlich

Besonders positiv entwickelte sich das operative Geschäft. Im Bereich Sponsoring und Vermarktung konnte Schalke kräftig zulegen.

Die Vermarktungserlöse stiegen von 35,5 Millionen Euro auf 41,5 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von rund 17 Prozent.

Die positive Entwicklung zeigt nach Angaben des Vereins, dass die in den vergangenen Jahren eingeleiteten Veränderungen in der Vermarktungsstrategie zunehmend Wirkung entfalten.

Merchandising boomt bei den Königsblauen

Noch stärker fiel das Wachstum im Merchandising aus.

Der Umsatz in diesem Bereich erhöhte sich von 14,3 Millionen Euro auf 18,9 Millionen Euro. Damit legten die Erlöse um rund 32 Prozent zu.

Die starke Identifikation der Fans mit dem Verein sowie neue Vertriebs- und Marketingansätze tragen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei.

Weniger Events in der VELTINS-Arena bremsen Gesamtumsatz

Trotz positiver Entwicklungen ging der Gesamtumsatz leicht zurück. Die Umsatzerlöse beliefen sich auf 152,6 Millionen Euro nach 157,9 Millionen Euro im Vorjahr.

Grund hierfür war insbesondere das geringere Veranstaltungsgeschäft in der VELTINS-Arena. Während die Saison 2024/2025 von Großveranstaltungen wie Konzerten internationaler Superstars geprägt war, normalisierte sich das Geschäft im Berichtszeitraum erwartungsgemäß.

Auch bei Transfererlösen und TV-Geldern lagen die Einnahmen unter den Vorjahreswerten.

Negatives Eigenkapital bleibt große Herausforderung

Trotz der positiven Fortschritte steht Schalke weiterhin vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen.

Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag beträgt zum Bilanzstichtag noch 97,2 Millionen Euro. Der weitere Abbau dieses negativen Eigenkapitals gehört zu den wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre.

Zudem muss der Verein die Eigenkapitalregel der Bundesliga erfüllen, die für eine langfristig stabile wirtschaftliche Entwicklung von hoher Bedeutung ist.

Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung

Parallel zur finanziellen Konsolidierung investiert Schalke gezielt in Zukunftsprojekte.

Zu den aktuellen Maßnahmen zählen:

  • Das neugestaltete Tibulsky
  • Die neuen Schalke Terrassen
  • Das datenbasierte Scouting-System StatsLibuda
  • Der Ausbau digitaler Angebote

Auch die neue Schalke-App entwickelt sich erfolgreich. Bis kurz vor Beginn der laufenden Saison wurden bereits mehr als 300.000 Installationen registriert.

Prognose für die Saison 2026/2027 positiv

Der Vorstand blickt optimistisch auf das laufende Geschäftsjahr. Für 2026/2027 erwartet Schalke deutlich steigende Umsatzerlöse sowie einen Konzernjahresüberschuss im mittleren einstelligen Millionenbereich.

Darüber hinaus sollen die Nettofinanzverbindlichkeiten weiter moderat reduziert werden.

Schalke sieht sich auf stabilem Fundament

Nach Jahren finanzieller Unsicherheit befindet sich der FC Schalke 04 wieder auf einem deutlich stabileren wirtschaftlichen Fundament. Die Kombination aus sportlichem Erfolg, verbesserten Vermarktungserlösen, gestärkter Liquidität und sinkenden Schulden gibt dem Verein neue Handlungsmöglichkeiten.

Die Verantwortlichen betonen jedoch, dass finanzielle Disziplin weiterhin oberste Priorität habe. Ziel bleibt es, die wirtschaftliche Stabilität langfristig zu sichern und gleichzeitig die sportliche Wettbewerbsfähigkeit des Traditionsclubs zu erhalten.


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