Polizei entdeckt gefährlichen Sattelzug in Essen-Altenessen
Nur durch einen aufmerksamen Blick von Polizeibeamten ist offenbar ein schwerer Unfall auf deutschen Straßen verhindert worden. In Essen-Altenessen fiel Einsatzkräften ein Sattelzug aus Slowenien auf, dessen Anhänger auffällig nach außen gewölbt war. Die Ursache war eine massiv verrutschte Ladung von rund 25 Tonnen Stahlrohren.
Die Polizei stoppte den Lastwagen umgehend und untersagte die Weiterfahrt. Gegen den Fahrer wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.
Verdächtige Wölbung der Plane erregt Aufmerksamkeit
Die Beamten waren am Dienstagmittag im Rahmen einer Streifenfahrt auf der Gladbecker Straße unterwegs, als ihnen gegen 12:10 Uhr ein slowenischer Sattelzug auffiel.
Besonders auffällig war die Plane des Anhängers, die sich deutlich nach außen wölbte. Für die erfahrenen Einsatzkräfte ein klares Warnsignal, dass mit der Ladung etwas nicht stimmen könnte.
Die Polizisten entschieden sich deshalb, den Lkw für eine Kontrolle in die II. Schnieringstraße zu begleiten.
25 Tonnen Stahlrohre während der Fahrt verrutscht
Bei der Überprüfung bestätigte sich der Verdacht der Beamten. Die transportierten Stahlrohre mit einem Gesamtgewicht von rund 25 Tonnen hatten sich während der Fahrt erheblich verschoben.
Eine derartige Verschiebung kann schwerwiegende Folgen für die Fahrstabilität eines Lastwagens haben und andere Verkehrsteilnehmer erheblich gefährden.
Nach Angaben der Ermittler war die Ladung unzureichend gesichert worden.
Massive Mängel bei der Ladungssicherung festgestellt
Die Kontrolle brachte gleich mehrere gravierende Verstöße ans Licht. So fehlten wichtige Hilfsmittel zur Ladungssicherung vollständig.
Weder rutschhemmende Materialien noch geeignete Keile waren nach Angaben der Polizei verwendet worden. Darüber hinaus stellten die Beamten fest, dass Teile der hölzernen Unterkonstruktion unter dem enormen Gewicht bereits gebrochen waren.
Damit bestand ein erhebliches Sicherheitsrisiko für den weiteren Transport.
Weiterfahrt sofort untersagt
Aufgrund der festgestellten Mängel untersagten die Einsatzkräfte dem Fahrer umgehend die Weiterfahrt.
Die verantwortliche Transportfirma organisiert derzeit ein Ersatzfahrzeug, um die Stahlrohre ordnungsgemäß zu sichern und anschließend weiterzubefördern.
Bis dahin bleibt die II. Schnieringstraße auf unbestimmte Zeit gesperrt.
Transport begann bereits in Slowenien
Im Verlauf der Ermittlungen stellten die Beamten fest, dass der Lastwagen seine Fahrt bereits in Slowenien begonnen hatte und die Strecke bis nach Deutschland mit der mangelhaft gesicherten Ladung zurückgelegt hatte.
Dass es auf dieser langen Fahrt nicht zu einem Unfall kam, dürfte nach Einschätzung der Einsatzkräfte vor allem Glück gewesen sein.
Die verrutschten Stahlrohre hätten bei einem plötzlichen Bremsmanöver oder einem Ausweichvorgang schwere Folgen verursachen können.
Fahrer muss mit Bußgeldverfahren rechnen
Den 59-jährigen Fahrer des Sattelzuges erwartet nun ein entsprechendes Ordnungswidrigkeitenverfahren.
Parallel prüfen die zuständigen Behörden die Verantwortlichkeiten innerhalb des Transportunternehmens. Die Ermittlungen zu den Verstößen gegen die Vorschriften zur Ladungssicherung dauern an.
Polizei warnt vor den Folgen mangelhafter Ladungssicherung
Der Vorfall verdeutlicht erneut die Bedeutung einer ordnungsgemäßen Sicherung von Transportgütern im Straßenverkehr. Vor allem bei Schwerlasttransporten können bereits kleine Fehler erhebliche Auswirkungen haben.
Dank der Aufmerksamkeit der Essener Polizeibeamten konnte in diesem Fall möglicherweise ein schwerer Verkehrsunfall verhindert werden.



