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Dülmen: Bahnhofsbrücke in Dülmen – Finale Bauarbeiten starten nach jahrelangem Streit und Verzögerungen
© Stadt Dülmen

Dülmen: Bahnhofsbrücke in Dülmen – Finale Bauarbeiten starten nach jahrelangem Streit und Verzögerungen


Nach jahrelangen Problemen rückt die Fertigstellung der Bahnhofsbrücke näher

Für viele Bürgerinnen und Bürger in Dülmen gibt es endlich positive Nachrichten: Nach jahrelangen Verzögerungen, rechtlichen Auseinandersetzungen und umfangreichen Gutachten beginnen nun die finalen Arbeiten an der neuen Fußgänger- und Radfahrerbrücke am Bahnhof. Die Stadt Dülmen hat ein spezialisiertes Unternehmen für Ingenieur- und Brückenbau mit den letzten notwendigen Arbeiten beauftragt.

Damit nimmt eines der aufwendigsten Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahre nun sichtbar Fahrt auf. Bereits im März 2027 soll die Brücke eingehoben werden. Die vollständige Freigabe ist für Herbst 2027 vorgesehen.

Fachunternehmen beginnt mit den letzten Bauarbeiten

In den kommenden Tagen wird zunächst das Baufeld vorbereitet. Anschließend beginnen die eigentlichen Arbeiten an der Brückenkonstruktion.

Unter anderem werden noch ausstehende Maßnahmen am Korrosionsschutz durchgeführt. Zudem werden bisher fehlende Bauteile wie Entwässerungsrohre montiert. Abschließend erhält die Brücke ihren endgültigen Fahrbahnbelag.

Damit sollen sämtliche Voraussetzungen geschaffen werden, um das Bauwerk für den geplanten Einhub vorzubereiten.

Brücke wird vollständig eingehaust

Ab der zweiten Novemberwoche soll die Konstruktion komplett mit einem Spezialgerüst umschlossen werden.

Zusätzlich wird eine Dachkonstruktion mit Schutzfolie installiert. Diese Einhausung ermöglicht es den Fachfirmen, die Arbeiten unabhängig von Witterungseinflüssen durchzuführen und die Qualität der Sanierungsmaßnahmen dauerhaft sicherzustellen.

Gerade bei Arbeiten am Korrosionsschutz gelten hohe technische Anforderungen, die nur unter kontrollierten Bedingungen umgesetzt werden können.

Einhub mit Spezialkran für März 2027 vorgesehen

Ein bedeutender Meilenstein des Projekts ist für März 2027 geplant. Dann soll die Brücke mit Hilfe eines besonders leistungsfähigen Großkrans an ihren endgültigen Standort gehoben werden.

Der Zeitpunkt wurde bewusst gewählt. Die Deutsche Bahn hat für den Zeitraum zwischen Februar und Mai 2027 ohnehin eine Sperrpause auf der Strecke Wanne-Eickel-Münster angekündigt. Während dieser Zeit werden zahlreiche Bauarbeiten an der Bahnstrecke gebündelt durchgeführt.

Die Sperrung bietet ideale Voraussetzungen für den aufwendigen Einhub der Brücke.

Anschluss an den Baumschulenweg folgt im Sommer

Nach dem erfolgreichen Einhub werden noch verschiedene Restarbeiten erforderlich sein. Dazu gehören technische Anpassungen sowie die endgültige Einbindung in die bestehende Infrastruktur.

Im Sommer 2027 soll anschließend die Anbindung an den Baumschulenweg erfolgen. Damit wird die Brücke ihre wichtige Funktion als Verbindung für Fußgänger und Radfahrer erfüllen können.

Die offizielle Freigabe ist nach aktuellem Planungsstand für den Herbst 2027 vorgesehen.

Problemprojekt beschäftigt Dülmen seit Jahren

Die Geschichte der Bahnhofsbrücke reicht bereits bis in die Jahre 2020 und 2021 zurück. Damals wurden die einzelnen Bauteile durch ein Stahlbauunternehmen gefertigt.

Kurz vor dem vorgesehenen Transport nach Dülmen stellten beauftragte Fertigungsüberwacher jedoch erhebliche Mängel bei den erforderlichen Unterlagen und Zertifizierungen fest. Daraufhin untersagte die Stadt den Transport der Brückenteile.

Trotz fehlender Transportfreigabe wurden die Bauteile anschließend auf Risiko des Herstellers nach Dülmen gebracht.

Fehlende Nachweise sorgen für Baustopp

Im weiteren Verlauf konnte der Hersteller zahlreiche erforderliche Nachweise nicht vollständig vorlegen. Besonders schwerwiegend war das Fehlen der sogenannten Konformitäts- beziehungsweise Herstellererklärung.

Mit diesem Dokument bestätigt ein Hersteller, dass ein Produkt alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt und innerhalb der Europäischen Union eingesetzt werden darf.

Da die Erklärung trotz mehrfacher Aufforderung nicht vorgelegt wurde, mussten geplante Einhubtermine abgesagt werden. Die Stadt Dülmen kündigte schließlich im November 2021 das Vertragsverhältnis mit dem Unternehmen.

Gutachten identifizieren weitere Mängel

Anfang 2022 stellten Experten der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt zusätzliche Auffälligkeiten an der Brücke fest.

Betroffen waren insbesondere Schweißnähte und der Korrosionsschutz. Die Stadt forderte den Hersteller auf, diese Mängel zu überprüfen und zu beseitigen. Eine entsprechende Nachbesserung erfolgte jedoch nicht.

Daraufhin leitete die Stadt im März 2022 ein selbstständiges Beweissicherungsverfahren beim zuständigen Landgericht ein.

Unabhängige Sachverständige prüfen die Konstruktion

Ein vom Gericht bestellter Gutachter untersuchte die Brücke umfangreich. Sein Bericht aus dem Jahr 2023 bestätigte die bereits bekannten Auffälligkeiten.

Da jedoch keine abschließende Aussage zur Nutzbarkeit des Bauwerks getroffen wurde, ordnete das Gericht zusätzliche Untersuchungen an.

Die Ergebnisse dieser vertieften Prüfung lagen im August 2025 vor. Auch sie bestätigten die festgestellten Mängel. Gleichzeitig zeigte das Gutachten aber einen Weg auf, wie die Brücke durch technische Nachbesserungen und ergänzende Nachweise doch noch genutzt werden kann.

Sanierungskonzept bringt die Lösung

Nachdem dem ursprünglichen Hersteller erneut die Möglichkeit gegeben worden war, an einer Lösung mitzuwirken, jedoch keine ausreichende Reaktion erfolgte, beauftragte die Stadt ein Ingenieurbüro für Baustatik und Tragwerksplanung.

Im Mai 2026 gelang schließlich der entscheidende Durchbruch. Die Fachingenieure konnten den vom Gericht vorgeschlagenen Lösungsweg rechnerisch nachweisen und entwickelten ein Sanierungskonzept für den Korrosionsschutz.

Mit der Umsetzung dieser Arbeiten beginnt nun die letzte Phase eines Projekts, das Dülmen über Jahre beschäftigt hat.

Brücke soll im Herbst 2027 eröffnet werden

Wenn die nun beginnenden Arbeiten planmäßig verlaufen, könnte die neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke nach jahrelangen Verzögerungen im Herbst 2027 endlich für die Öffentlichkeit freigegeben werden.

Für Pendler, Radfahrer und Fußgänger würde damit ein lang erwartetes Infrastrukturprojekt Wirklichkeit werden, das die Mobilität rund um den Bahnhof Dülmen nachhaltig verbessern soll.


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