Neuer Entlastungsstandort an der Rheinischen Straße öffnet am 26. Oktober
Die Stadt Dortmund erweitert ihr Angebot für suchtkranke Menschen und eröffnet am Montag, 26. Oktober 2026, einen neuen Entlastungsstandort für den bestehenden Drogenkonsumraum. Die Einrichtung an der Rheinischen Straße 111 soll den stark ausgelasteten Standort am Grafenhof ergänzen und sowohl die Situation für drogenkonsumierende Menschen als auch die Belastungen in der Innenstadt verbessern.
Mit dem neuen Angebot reagiert die Stadt auf die anhaltenden Herausforderungen rund um die offene Drogenszene sowie auf den steigenden Bedarf an niedrigschwelligen Hilfsangeboten.
Stadt sieht wichtigen Schritt zur Entlastung der Innenstadt
Nach Angaben der Stadtverwaltung soll der neue Standort vor allem zusätzliche Kapazitäten schaffen und den bestehenden Drogenkonsumraum am Grafenhof entlasten.
Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti betont, dass die offene Drogenszene die Stadt seit Jahren vor erhebliche Herausforderungen stelle. Der neue Standort verschaffe der Stadt und den Hilfeträgern mehr Handlungsspielraum, bis ein größerer und dauerhaft angelegter Drogenkonsumraum an einem anderen Standort realisiert werden kann.
Gleichzeitig kündigte die Stadt an, die Entwicklung vor Ort genau zu beobachten und bei möglichen Problemen im Umfeld konsequent zu reagieren.
Täglich werden bis zu 40 Nutzer erwartet
Der neue Standort ist zunächst als temporäre Lösung vorgesehen und soll so lange betrieben werden, bis weitere Maßnahmen und Bausteine der städtischen Drogenhilfestrategie umgesetzt sind.
Als Betreiber fungiert die aidshilfe dortmund e. V. im Auftrag der Stadt Dortmund.
Nach aktuellen Planungen werden täglich etwa 30 bis 40 Nutzerinnen und Nutzer erwartet. In der Einrichtung stehen drei Plätze für den intravenösen Konsum sowie fünf Plätze für den inhalativen Konsum zur Verfügung.
Aufenthaltsbereich und Raucherkabine geplant
Zur Ausstattung gehört neben den Konsumplätzen auch ein gegenüberliegender Außenbereich, der während der Öffnungszeiten als Aufenthaltsmöglichkeit genutzt werden kann.
Zusätzlich wird eine spezielle Raucherkabine mit Absaug- und Fortluftsystem über Dach eingerichtet. Diese soll dazu beitragen, mögliche Auswirkungen auf die Nachbarschaft zu reduzieren und die Aufenthaltsqualität im Umfeld zu verbessern.
Mehr medizinische Hilfe und bessere Beratungsangebote
Für Dortmunds Sozialdezernentin Frauke Füsers steht neben der Entlastung des Umfelds vor allem die Hilfe für schwer suchtkranke Menschen im Mittelpunkt.
Der neue Standort soll einen geschützten Raum schaffen, in dem Betroffene unter medizinischer und sozialarbeiterischer Begleitung konsumieren können. Gleichzeitig sollen mehr Vermittlungen in Beratungsangebote, Entzugsbehandlungen und langfristige Therapien ermöglicht werden.
Durch die zusätzliche Einrichtung erhofft sich die Stadt eine bessere Erreichbarkeit von Menschen, die bislang nur schwer Zugang zum Hilfesystem hatten.
Sicherheitsdienst und Kontrollen im Umfeld
Um mögliche Belastungen für Anwohner und Gewerbetreibende möglichst gering zu halten, wurde ein umfangreiches Sicherheits- und Umfeldkonzept erarbeitet.
Während der Öffnungszeiten wird ein Sicherheitsdienst dauerhaft vor Ort sein. Zudem werden Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst (KOD) das Umfeld abhängig von der jeweiligen Lage kontrollieren.
Auch die Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) wird die Reinigung im Bereich der umliegenden Straßen verstärken.
Umfeldmanagement als Ansprechpartner für Anwohner
Ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes ist das sogenannte Umfeldmanagement. Dieses soll als direkte Anlaufstelle für Anwohnerinnen, Anwohner und Gewerbetreibende dienen.
Hinweise auf Probleme oder Auffälligkeiten können dort gemeldet und an die zuständigen Stellen weitergegeben werden. Die Stadt kündigt an, die Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb regelmäßig auszuwerten und bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen.
Ganzheitlicher Ansatz in der Suchthilfe
Nach Auffassung der aidshilfe dortmund e. V. verbindet das neue Konzept mehrere wichtige Ziele miteinander. Zum einen soll es gesundheitliche Risiken für suchtkranke Menschen reduzieren und Vertrauen in Hilfsangebote schaffen. Zum anderen soll durch das Umfeldmanagement und die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen die Akzeptanz im Quartier gefördert werden.
Der Vorstandsvorsitzende der aidshilfe dortmund e. V., Willehad Rensmann, bezeichnet das Zusammenspiel aus Drogenkonsumraum am Grafenhof, dem neuen Entlastungsstandort an der Rheinischen Straße und dem Umfeldmanagement als beispielgebenden Ansatz, der Suchthilfe und Entlastung für die Stadtgesellschaft miteinander verbindet.
Ratsbeschluss bereits 2025 gefasst
Die Grundlage für die Umsetzung des Projekts wurde bereits am 3. Juli 2025 geschaffen. Damals beschloss der Rat der Stadt Dortmund die Einrichtung eines temporären Entlastungsstandortes.
Mit der Eröffnung am 26. Oktober 2026 beginnt nun die praktische Umsetzung des Vorhabens, das sowohl die bestehende Suchthilfe stärken als auch die Situation in der Dortmunder Innenstadt langfristig verbessern soll.



