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Dortmund: Mega-Baustelle in Dortmund – 12-Tonnen-Rohre schweben durch die Luft – Neuer Großkanal soll Stadtteil vor Starkregen schützen
© Stadt Dortmund / Stephan Schütze

Dortmund: Mega-Baustelle in Dortmund – 12-Tonnen-Rohre schweben durch die Luft – Neuer Großkanal soll Stadtteil vor Starkregen schützen


Millionenprojekt im Neuen Graben nimmt sichtbar Gestalt an

In Dortmunds Innenstadt-West entsteht derzeit eines der größten Kanalbauprojekte der vergangenen Jahre. Seit Mitte Mai arbeitet die Stadtentwässerung im Neuen Graben daran, einen mehr als 100 Jahre alten Kanal durch ein modernes und leistungsfähigeres Bauwerk zu ersetzen. Nun wurde die gewaltige Dimension des Projekts erstmals für viele Anwohner sichtbar.

Bei einem Ortstermin am Donnerstag schwebte ein zwölf Tonnen schweres Kanalrohr mit einem beeindruckenden Durchmesser von 2,40 Metern über der Baustelle. Die spektakulären Bilder verdeutlichen die Größe eines Infrastrukturprojekts, das das Quartier künftig deutlich besser vor Starkregen und den Folgen des Klimawandels schützen soll.

Neuer Kanal ersetzt über 100 Jahre alte Infrastruktur

Der bisherige Kanal im Neuen Graben ist nach Angaben der Stadtentwässerung nicht nur in die Jahre gekommen, sondern weist inzwischen auch erhebliche Schäden auf. Zudem reicht seine Kapazität nicht mehr aus, um die Anforderungen eines wachsenden Stadtteils und zunehmender Starkregenereignisse zu erfüllen.

Deshalb wird auf einer Länge von rund 600 Metern zwischen der Von-der-Recke-Straße und der Lindemannstraße ein komplett neues Kanalbauwerk errichtet. Der neue Kanal soll erheblich größere Wassermengen aufnehmen und ableiten können.

Riesige Kanalrohre mit 2,40 Metern Durchmesser

Die Dimensionen der Baustelle sind außergewöhnlich. Jedes der verbauten Kanalrohre bringt rund zwölf Tonnen auf die Waage und besitzt einen Durchmesser von 2,40 Metern.

Mit Hilfe schwerer Krantechnik werden die massiven Betonelemente Stück für Stück in die Baugrube abgesenkt. Nach der Fertigstellung verschwindet die technische Infrastruktur zwar vollständig unter der Erde, soll dort jedoch für viele Jahrzehnte zuverlässig ihren Dienst verrichten.

Oberbürgermeister bedankt sich bei Anwohnern

Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti nutzte den Ortstermin, um den Blick auch auf die Menschen im betroffenen Quartier zu richten.

Während der mehrjährigen Bauphase müssen Anwohner, Gewerbetreibende und Verkehrsteilnehmer zahlreiche Einschränkungen in Kauf nehmen. Der Oberbürgermeister bedankte sich ausdrücklich für die Geduld der Bürgerinnen und Bürger.

Gleichzeitig betonte er die Bedeutung der Investition. Der neue Kanal werde künftig wesentlich größere Wassermengen aufnehmen können und den Schutz der Anwohner bei Starkregen deutlich verbessern.

Stadtentwässerung spricht von einzigartigem Projekt

Auch für die Fachleute der Stadtentwässerung gehört die Baumaßnahme zu den außergewöhnlichsten Projekten der vergangenen Jahre.

Der Technische Leiter der Stadtentwässerung, Dr. Christian Falk, bezeichnete die Dimensionen als einzigartig. Sowohl die Größe des Kanals als auch die umfangreiche Bauzeit würden deutlich über das hinausgehen, was üblicherweise bei Kanalbauprojekten umgesetzt werde.

Nur mit einer derart leistungsstarken Infrastruktur lasse sich langfristig auf zunehmende Extremwetterereignisse reagieren.

Insgesamt 1.400 Meter Kanal und 32 Schächte werden erneuert

Das aktuelle Teilstück ist nur ein Bestandteil eines deutlich größeren Gesamtprojekts. Insgesamt werden innerhalb von rund drei Jahren etwa 1.400 Meter Kanal neu gebaut oder erneuert.

Zusätzlich entstehen 32 neue Kontrollschächte, die künftig die Wartung und Überwachung des Kanalsystems ermöglichen.

Die Baumaßnahme zählt damit zu den größten Entwässerungsprojekten der Stadt Dortmund.

Baustelle wandert Schritt für Schritt durch das Quartier

Die Arbeiten erfolgen abschnittsweise und bewegen sich von Westen nach Osten durch den Neuen Graben. Dadurch entsteht eine sogenannte Wanderbaustelle.

Im jeweiligen Baustellenbereich bleibt die Straße vollständig gesperrt. Parallel erneuert die Stadtentwässerung auch die Kanalisation in mehreren angrenzenden Straßen.

Betroffen sind unter anderem:

Straßburger Straße

Hier werden bestehende Kanalabschnitte in offener Bauweise erneuert.

Metzer Straße

Auch in der Metzer Straße erfolgen umfassende Arbeiten am Kanalnetz.

Steubenstraße

Die Kanalmodernisierung wird ebenfalls auf die Steubenstraße ausgeweitet.

Roseggerstraße und Haenischstraße

Beide Straßen erhalten neue Kanalabschnitte zur Verbesserung der Entwässerungsinfrastruktur.

DONETZ bereitet weitere Bauabschnitte vor

Bereits seit Ende Oktober laufen zusätzliche Arbeiten durch den Netzbetreiber DONETZ. Zwischen der Studtstraße und der Einmündung Steubenstraße werden Versorgungsleitungen verlegt beziehungsweise umgebaut.

Diese Vorarbeiten sollen gewährleisten, dass die nachfolgenden Kanalbauarbeiten ohne größere Verzögerungen fortgeführt werden können.

15 Millionen Euro für besseren Schutz vor Starkregen

Die Gesamtkosten des Großprojekts belaufen sich nach aktuellen Angaben auf rund 15 Millionen Euro.

Die Arbeiten liegen derzeit im Zeitplan. Sollten in den kommenden Wochen keine starken Niederschläge die Baugruben zusätzlich belasten, rechnen die Verantwortlichen damit, die Arbeiten weiterhin planmäßig fortsetzen zu können.

Mit dem millionenschweren Ausbau investiert die Stadt Dortmund gezielt in die Anpassung ihrer Infrastruktur an die Folgen des Klimawandels und schafft zugleich mehr Sicherheit für Anwohner in der Innenstadt-West.


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