Der Amateursport – insbesondere der Fußball – ist in Dortmund von einer besorgniserregenden Zunahme von Gewalttaten betroffen. Besonders in den unteren Ligen, wie der Kreisliga, kam es zuletzt zu mehreren Eskalationen, die weit über hitzige Wortgefechte hinausgingen. Zieht sich diese Gewalt auf in die Hallenstadtmeisterschaft?
Eskalation auf dem Platz
Ein besonders drastischer Fall ereignete sich bei einem Kreisliga-Spiel zwischen DJK SF Nette II und SG Phönix Eving. Nach einer roten Karte gegen einen Spieler von Phönix Eving wurde der Schiedsrichter von mehreren Spielern und Zuschauern verfolgt und schließlich niedergeschlagen. Selbst als der Unparteiische in sein Auto flüchtete, wurde er von rund 30 Männern bedrängt und am Wegfahren gehindert. Erst das Eingreifen der Polizei beendete die Situation. Der Täter ist polizeibekannt und muss mit einer weiteren Anzeige rechnen.
Wiederholte Vorfälle und Konsequenzen
Phönix Eving steht exemplarisch für eine Entwicklung im Dortmunder Amateurfußball: Laut Kreisverband gab es allein in der aktuellen Saison bereits mehrere Spielabbrüche und Sportgerichtsverfahren gegen den Verein. Die Strafen reichen von Punktabzügen bis zu Spielausschlüssen. Eine Änderung der Regularien sieht inzwischen deutlich verschärfte Strafen bei physischer Gewalt vor, darunter Geldstrafen bis zu 7.500 Euro und Punktabzüge. Bei Wiederholung kann der Verein sogar vom Spielbetrieb ausgeschlossen werden.
Gewalt abseits des Platzes
Nicht nur auf dem Spielfeld, auch im Umfeld von Amateurspielen kommt es zu Gewalt. Zuletzt eskalierte ein Konflikt zwischen Fangruppen vor dem Stadion Rote Erde. Rund 200 Personen prügelten sich, Flaschen flogen, mehrere Beteiligte wurden verletzt und es kam zu Festnahmen. Die Polizei stellte Vermummungsmaterial sicher und leitete Strafverfahren ein.
Fazit
Die Gewalt im Dortmunder Amateurfußball hat ein besorgniserregendes Niveau erreicht. Schiedsrichter werden massiv bedroht, Spieler und Zuschauer verlieren jeglichen Respekt vor Regeln und Fairplay. Der Verband und die Polizei reagieren inzwischen mit härteren Strafen und verstärkten Kontrollen. Doch die Vielzahl der Vorfälle zeigt: Es braucht eine konsequente Kulturveränderung, um den Amateursport in Dortmund wieder sicherer zu machen.



