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Epstein-Akten enthüllen Spur zu vermisster Deutscher – Neue Hinweise auf Michele und ein mögliches Missbrauchsnetzwerk
© ZDF/finally/privat/US Department

Epstein-Akten enthüllen Spur zu vermisster Deutscher – Neue Hinweise auf Michele und ein mögliches Missbrauchsnetzwerk


Vermisste Deutsche in den Epstein-Akten sorgt für neue Fragen

Der Name einer seit 2015 vermissten Deutschen taucht in den freigegebenen Akten zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf. Laut den veröffentlichten Dokumenten des US-Justizministeriums enthalten E-Mails Hinweise auf die damals 22-Jährige, die im Herbst 2015 mit einem Koffer die Wohnung ihrer Mutter verließ und seitdem verschwunden ist.

Nach Recherchen von ZDF-„Die Spur“ und SPIEGEL stand die junge Frau namens Michele offenbar bereits ab 2012 in Kontakt mit Daniel Siad, einem Schweden mit algerischen Wurzeln, der für Epstein als mutmaßlicher Anwerber gearbeitet haben soll. In den Akten taucht Siads Name nach Angaben der Recherchen mehr als 1.800 Mal auf; gegen ihn wird in Frankreich in anderen Fällen inzwischen wegen des Verdachts auf Menschenhandel und Vergewaltigung ermittelt.

Besonders brisant: Siad soll Epstein bereits 2014 Fotos von Michele geschickt und um ein Flugticket gebeten haben. In einer Nachricht schrieb er demnach: „Du wirst sie lieben“. Ob es tatsächlich zu einer Begegnung zwischen Michele und Epstein kam, geht aus den Akten nicht hervor.

Die Familie meldete Michele im Oktober 2015 als vermisst. Eine aktive Fahndung sei damals nach Angaben der Polizei nicht möglich gewesen, weil es zunächst keine Hinweise auf ein Verbrechen gegeben habe. Im Frühjahr 2026 teilten die Behörden laut den Recherchen mit, dass eine öffentliche Fahndung weiterhin nicht geplant sei; inzwischen werde aber geprüft, ob ein Ermittlungsverfahren wegen eines möglichen Verbrechens eingeleitet werden könne.

Jeffrey Epstein war ein verurteilter Sexualstraftäter, der zahlreiche Frauen und Minderjährige missbraucht hatte und 2019 im Gefängnis Suizid beging. Die neue Veröffentlichung der Akten bringt den Fall der vermissten Deutschen erneut in Bewegung und wirft die Frage auf, ob sie Teil eines größeren Missbrauchs- und Menschenhandelsnetzwerks gewesen sein könnte.


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