Am Freitag, den 30. Januar 2026, startet in Willingen das große Skisprung-Weltcup-Wochenende – traditionell eine der stimmungsvollsten Stationen des gesamten Winters. Die Wettbewerbe an der legendären Mühlenkopfschanze, der größten Großschanze der Welt, sind zugleich die letzten Weltcups vor den Olympischen Spielen und damit ein richtiger Härtetest für die internationale Elite.
Bühne: Mühlenkopfschanze im Party-Modus
Willingen verwandelt sich an diesem Wochenende erneut in ein Ski-Mekka: Tausende Fans, Flutlicht, Partymusik und Fanclubs aus halb Europa sorgen für eine Atmosphäre, die im Weltcup-Kalender einen besonderen Ruf genießt.
Die Mühlenkopfschanze ist mit Weiten jenseits der 140 Meter eine der spektakulärsten Anlagen im Circuit – der aktuelle Schanzenrekord liegt bei 155,5 Metern und unterstreicht, wie weit es hier hinuntergehen kann.
2026 bekommt die Anlage zudem eine besondere Bühne: Die erste Schanze am Mühlenkopf wurde 1926 eingeweiht – die Sportstätte feiert also ihren 100. Geburtstag, was dem Wochenende zusätzlich historischen Charakter verleiht.
Besonderheit: Frauen und Männer gemeinsam – Mixed-Team zum Auftakt
Eine der größten Besonderheiten von Willingen 2026: Frauen und Männer tragen parallel ein komplettes Weltcup-Wochenende aus – das gibt es im Skisprung nur selten.
Zum Auftakt am Freitag steht ein Mixed-Team-Wettbewerb auf dem Programm, bei dem je zwei Frauen und zwei Männer einer Nation antreten.
Für die Teams ist der Mixed-Wettbewerb mehr als Show: Das Format ist auch mit Blick auf Olympia wichtig, weil viele Nationen ihre besten Kombinationen testen und Feinabstimmung bei Aufstellung und Reihenfolge vornehmen.
Zeitplan am Freitag, 30.01.2026
Der Freitag ist vollgepackt – sportlich und emotional. Nach Angaben der lokalen Organisatoren und des offiziellen Programms ergibt sich folgender Ablauf (Änderungen durch die FIS und TV-Sender sind möglich):
- Vormittag/Mittag:
- Einlass am Vormittag, anschließend offizielles Training der Damen und Herren auf der Mühlenkopfschanze, mehrere Trainingsdurchgänge zur Vorbereitung auf den Mixed-Wettkampf.
- Nachmittag:
- Mixed-Team-Weltcup als sportlicher Höhepunkt des Tages – hier mischen sich die besten Springerinnen und Springer der Welt in einem Wettbewerb.
- Abend:
- Große Eröffnungsfeier im Stadion mit Vorstellung aller Teams, Musik und Partyprogramm – klassisch Willingen, wo Sport und Event seit Jahren Hand in Hand gehen.
Die Startzeiten können von der FIS in Abstimmung mit den TV-Partnern (ARD/ZDF, Eurosport) noch leicht verschoben werden, weshalb sich vor der Anreise ein Blick in den tagesaktuellen Zeitplan empfiehlt.
Sportliche Ausgangslage: Formcheck kurz vor Olympia
Der Weltcup in Willingen findet nur wenige Tage vor den Olympischen Spielen statt – entsprechend hoch ist die Spannung. Für viele Athleten ist es die letzte große Standortbestimmung unter Wettkampfbedingungen.
Bei den Männern dominiert in der laufenden Saison der Slowene Domen Prevc, der im Winter bereits die Vierschanzentournee gewonnen und den Skiflug-Weltmeistertitel geholt hat. Er gilt auch in Willingen als einer der Topfavoriten – zumal seine aggressive Flughaltung und seine Weitenstärke perfekt zur großen Schanze im Upland passen.
Bei den Frauen haben in dieser Saison vor allem Springerinnen wie Nika Prevc aus Slowenien und die Japanerin Nozomi Maruyama starke Akzente gesetzt: Maruyama gewann zu Saisonbeginn drei Wettbewerbe in Folge, aktuell liegt der Fokus in vielen Berichten aber auf Nika Prevc, die die Serie der letzten Wettkämpfe bestimmt.
Für das deutsche Team geht es darum, kurz vor Olympia Formstärke zu beweisen und vor heimischem Publikum Selbstvertrauen zu tanken. Selina Freitag und Katharina Schmid stehen stellvertretend für die Hoffnungen bei den Damen; sie wollen beim Heim-Weltcup mit Sprüngen in den Bereich der Weltspitze angreifen und Podestplätze ins Visier nehmen.
Bei den Herren steht die gesamte deutsche Mannschaft unter Beobachtung – der Weltcup in Willingen ist traditionell ein Stimmungsaufheller, wenn die Ergebnisse vorher schwankten.
Taktik und Herausforderungen auf der Mühlenkopfschanze
Die Mühlenkopfschanze verlangt den Athleten alles ab: Der Anlauf ist lang und schnell, der Schanzentisch hoch, die Flüge gehen weit – kleinste Fehler im Absprung oder in der Flugposition wirken sich bei Weiten jenseits der 130 Meter besonders stark aus.
Der Mixed-Team-Wettbewerb bringt zusätzliche taktische Komponenten:
- Nationen müssen die Reihenfolge ihrer vier Springer klug wählen – häufig setzen Teams auf einen sehr stabilen ersten Springer, um eine Basis zu legen, und sparen ihre Topathleten für die späteren Gruppen.
- Besonders wichtig ist die Windkompensation: Gerade bei wechselhaften Bedingungen kann der Vorteil in einer Gruppe binnen Sekunden wechseln, weshalb Trainer und Materialbetreuer permanent reagieren müssen.
Die Form der Tagessieger wird auch ein Fingerzeig für die Einzelwettkämpfe am Samstag und Sonntag sein, wenn Damen und Herren getrennt antreten und letzte Weltcup-Punkte vor Olympia vergeben werden.
TV, Streams und Fans vor Ort
Für Fans, die nicht live an die Schanze reisen, ist gesorgt: Der Weltcup in Willingen wird im Free-TV von den öffentlich-rechtlichen Sendern übertragen, zusätzlich zeigt Eurosport die Wettbewerbe im TV und via kostenpflichtigem Stream (u. a. discovery+ und DAZN).
Am Freitagabend sendet das hr-fernsehen zudem ein „hessenschau extra“ rund um den Weltcup in Willingen – direkt im Anschluss an den Mixed-Wettkampf und die Eröffnungsfeier.
Vor Ort rechnen die Organisatoren erneut mit zehntausenden Zuschauern über das Wochenende – der Willinger Weltcup genießt Kultstatus, Tickets sind entsprechend begehrt und werden schon Monate vorher angeboten.
Ausblick
Der 30. Januar 2026 markiert den Start in ein Weltcup-Wochenende, das sportlich wie emotional vieles vereint: Mixed-Weltcup als Show und Härtetest, die besondere Kulisse der größten Großschanze der Welt, das 100‑Jahr‑Jubiläum der Mühlenkopfschanze und der Countdown zu den Olympischen Spielen.
Wer am Freitag beim Mixed-Team vorne liegt, setzt ein deutliches Signal – für das weitere Wochenende in Willingen und für den Kampf um olympische Medaillen wenige Tage später.



