Kurz vor dem offiziellen Ende des Tankrabatts haben die Mineralölunternehmen in Deutschland die Kraftstoffpreise deutlich erhöht. Nach Angaben des ADAC zogen die Preise bereits am 30. Juni spürbar an – und das trotz stabiler Rahmenbedingungen am Ölmarkt.
Demnach kostete ein Liter Super E10 am letzten Tag des Tankrabatts im bundesweiten Durchschnitt 1,923 Euro. Das entspricht einem Anstieg von 6,2 Cent im Vergleich zum Vortag. Noch stärker fiel die Preissteigerung beim Diesel aus: Autofahrer mussten hier durchschnittlich 1,859 Euro pro Liter zahlen – ein Plus von 7,5 Cent innerhalb eines Tages.
ADAC kritisiert Vorgehen scharf
Aus Sicht des ADAC ist diese Entwicklung nicht nachvollziehbar. Der Automobilclub spricht von einem überhöhten Preisniveau an den Zapfsäulen und kritisiert, dass die Mineralölkonzerne das Auslaufen des Tankrabatts offenbar vorzeitig eingepreist haben.
Besonders auffällig: Auch im Wochenvergleich zeigt sich ein deutlicher Preisanstieg. So verteuerte sich Super E10 innerhalb von sieben Tagen um 10,6 Cent pro Liter. Diesel legte im gleichen Zeitraum sogar um 12,8 Cent zu. Das geschah, obwohl sich sowohl der Rohölpreis als auch der Euro-Dollar-Wechselkurs kaum verändert hatten.
Weitere Preiserhöhungen laut ADAC nicht gerechtfertigt
Angesichts der aktuellen Situation fordert der ADAC, dass es vorerst keine weiteren Preissteigerungen geben dürfe. Der Tankrabatt sei faktisch bereits vorzeitig beendet worden, und das Preisniveau liege ohnehin deutlich über dem angemessenen Niveau.
Rückblick: Preise im Juni gesunken
Ein Blick auf die Monatswerte zeigt jedoch ein anderes Bild: Im Juni lagen die durchschnittlichen Kraftstoffpreise unter denen des Vormonats. Super E10 kostete im Schnitt 1,870 Euro pro Liter und war damit um 11,3 Cent günstiger als im Mai. Diesel lag bei durchschnittlich 1,818 Euro pro Liter – ein Rückgang von 17,3 Cent.
Der Grund dafür war vor allem der gesunkene Rohölpreis. Während dieser Anfang Juni noch knapp unter 100 US-Dollar lag, fiel er bis Monatsende auf rund 73 US-Dollar pro Barrel. Im Mai hatte der Ölpreis zeitweise deutlich über der 100-Dollar-Marke gelegen.
Tipps für Autofahrer
Autofahrer können dennoch sparen, indem sie Preise vergleichen. Der ADAC empfiehlt hierfür seine App „ADAC Drive“, mit der sich die aktuellen Spritpreise von rund 14.000 Tankstellen in Deutschland in Echtzeit abrufen lassen. Weitere Informationen bietet der ADAC online unter www.adac.de/tanken.



