Ein Tag der Trauer für Solingen: Vier Menschen sind tot
Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus an der Grünewalder Straße in Solingen-Höhscheid sind heute Nacht vierMenschen ums Leben gekommen, zwei Erwachsene, ein Kleinkind und ein Säugling. Außerdem wurden neun weitere Personen unterschiedlich schwer verletzt, sie wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Weitere Betroffene wurden zunächst vor Ort versorgt. Da das Haus unbewohnbar ist, werden sie nun von der städtischen Wohnungsnotfallhilfe in anderen Wohnungen untergebracht, sofern sie nicht bei Verwandten oder Freunden unterkommen können.
Die Feuerwehr war in der Nacht um 2:47 Uhr alarmiert worden. Der Löschzug der Feuerwache I, dessen Standort nur einen Kilometer entfernt liegt, war bereits um 2:53 Uhr vor Ort. Aufgrund der vielen Notrufe, die eingegangen waren, war direkt ein größeres Alarmstichwort, schließlich mit Gefahr für Menschenleben, gewählt worden. Somit wurden alle drei Wachen der Berufsfeuerwehr und eine Einheit der Freiwilligen Feuerwehr alarmiert.
Als sie vor Ort eintrafen, hatte sich der Brand im Obergeschoss massiv ausgebreitet und weitere Gebäudeteile waren betroffen. Zu diesem Zeitpunkt konnten die Hausbewohner nur noch über die Fenster gerettet werden. Beim Eintreffen der Feuerwehr sprangen mehrere Menschen aus Fenstern im Obergeschoss.
Aktuell dauert der Einsatz noch an. Der Brand ist zwar unter Kontrolle, „Feuer aus“ meldet die Feuerwehr jedoch erst, wenn sie die Einsatzstelle verlässt. Doch zunächst muss die letzte vermisste Person gefunden sein, auch wenn leider nur wenig Hoffnung besteht.
Zeitweise war die Feuerwehr mit etwa 120 Kräften vor Ort. Vorsorglich warnte die Warn-App Nina vor einer Geruchsbelästigung im nahen Umfeld. Die Feuerwehr hat Messungen vorgenommen, die aber keine Überschreitung von Grenzwerte anzeigten.
Unterstützt wurde die Solinger Berufsfeuerwehr von mehreren Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr sowie von Kräften aus Wuppertal, Remscheid und Haan. Da ein solches Geschehen sowohl für die Einsatzkräfte der Feuerwehr als auch für die Betroffenen psychisch sehr belastend ist, werden sie nun durch Kräfte der psychosozialen Notfallversorgung betreut. Auch die Brandursachenermittler der Polizei sind inzwischen vor Ort und haben ihre Arbeit aufgenommen. Alle weiteren Fragen klärt nun die Polizei.
Zum tragischen Ereignis äußert sich auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach: „Ich kann kaum in Worte fassen, wie traurig ich heute bin, insbesondere, wenn ich an die Kinder denke. Eines ist tot, eines wird noch vermisst. Sie hatten ihr ganzes Leben noch vor sich, und heute hat es schon viel zu früh ihr Ende gefunden. Vor unserem Rathaus habe ich Trauerbeflaggung angeordnet, weil der Tod einer ganzen Familie ein Tag der Trauer für unsere ganze Stadt ist.“



