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Soest: Bäume melden ihren Durst jetzt per App
© Stadt Soest

Soest: Bäume melden ihren Durst jetzt per App


Der Kommunalbetrieb der Stadt Soest setzt ab sofort Feuchtigkeitssensoren ein, um die Bewässerung von Bäumen effizient zu steuern.

Immer mehr Menschen kontrollieren ihren Puls und Schlaf per Fitness-Armband, und im Grunde übertragen Kommunalbetriebsleiter Axel Ruster und sein Team dieses Prinzip jetzt auf einen Teil der städtischen Jungbäume: Die neue Technik besteht aus einem Feuchtigskeitssensor und einem Sender, die einem Baum „umgeschnallt“ werden. Der Sensor misst den elektrischen Widerstand unter der Baumrinde und kann daraus folgern, wie gut der Baum mit Wasser versorgt ist. Das Ergebnis dieser Analyse wird per Sender auf eine Tablet-App im Baubetriebshof übertragen. Wilfried Lining als Leiter der Meisterei Grün und Dennis Gillhaus, Leiter des Teams Baumpflege, bekommen den Zustand des Baums in der App in einem klassischen Ampelsystem angezeigt: Grün bedeutet „alles ok“, gelb heißt „Wässern nötig“ und rot „Baum zu trocken“.

„Für uns im Alltag bietet das den Vorteil, dass wir Bäume gezielt wässern können, wenn es nötig wird“, erklärt Axel Ruster. Es finden also keine Fahrten mehr nach einem fixen Fahrplan zu Bäumen statt, die eigentlich noch gar kein Wasser brauchen. „Dadurch sparen wir Arbeitszeit, Wasser und Kraftstoff“, fasst Ruster den Effekt zusammen. Immerhin bekommt ein „durstiger“ Baum beim Gießen jeweils etwa 200 Liter Wasser. In besonders trockenen Jahren wie 2018 war der Kommunalbetrieb mit seinen Bewässerungsfahrzeugen sogar im Zwei-Schicht-Betrieb unterwegs.

Zunächst startet der Kommunalbetrieb mit fünf der neuen Sensoren. Jeweils ein Sensor wird an einem Baum angebracht, der exemplarisch für eine größere Gruppe Bäume mit identischen Standortbedingungen gilt. Als Beispiel nennt Axel Ruster die neu gepflanzten Bäume entlang des Weslarner Wegs am Baugebiet Neuer Soester Norden. Zeigt die App „gelb“ für den getrackten Baum, wird die ganze Reihe gewässert.

„Wir setzen die Feuchtigkeitssensoren ganz bewusst an Jungbäumen ein, die erst wenige Jahre alt sind, und die vielleicht nicht jede Woche gewässert werden müssen, aber grundsätzlich noch viel Wasser benötigen“, erklärt Axel Ruster. Von diesen Jungbäumen gibt es zurzeit etwa 2000, um die sich die Meisterei Grün kümmert. Insgesamt umfasst das Baumkataster des Kommunalbetriebs 38.000 Bäume im Stadtgebiet. Bei älteren Bäumen reichen die Wurzeln allerdings so weit in den Untergrund, dass eine Bewässerung normalerweise nicht mehr nötig ist.


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