Nur eine Woche nach den unschönen Szenen in Schermbeck hat die SG Wattenscheid 09 auf dem Platz die einzig richtige Antwort geliefert – und wie! Vor heimischer Kulisse im Lohrheidestadion setzte der Traditionsklub im Top-Spiel der Oberliga Westfalen ein deutliches Ausrufezeichen und ließ dem ASC 09 Dortmund beim 3:1-Erfolg keine echte Chance.

Schon unter der Woche hatten die Wattenscheider mit dem Gewinn des Bochumer Kreispokals gezeigt, dass sie sich von den Begleitumständen rund um den Spielabbruch nicht aus der Bahn werfen lassen. Doch das Duell mit dem direkten Konkurrenten aus Aplerbeck sollte zum echten Gradmesser werden – und die SGW lieferte eindrucksvoll ab.
Dabei gehörte die erste Szene tatsächlich den Gästen: Lars Warschewski prüfte früh die Aufmerksamkeit der Wattenscheider Defensive (4.). Es war jedoch nur ein kurzes Aufflackern – danach übernahm die SGW konsequent das Kommando. Mit wachsendem Druck schnürte Wattenscheid den Gegner zunehmend in dessen eigener Hälfte ein, auch wenn es zunächst an der letzten Präzision fehlte.

Was dann folgte, war eine Phase, wie sie sich jeder Sportjournalist für ein Spitzenspiel wünscht – intensiv, temporeich und vor allem gnadenlos effizient auf Seiten der Gastgeber. Der Führungstreffer in der 16. Minute entsprang einer Mischung aus Übersicht und Entschlossenheit: Nach einem weiten Abschlag von Schlussmann Joshua Mroß schaltete Robert Nnaji am schnellsten, überlupfte ASC-Keeper Joel Nickel sehenswert und brachte das Stadion erstmals zum Beben.
Nur drei Minuten später wurde es erneut laut im Lohrheidestadion. Schiedsrichter Patrick Holz zeigte nach einem Foul an Kevin Schacht auf den Punkt. Wieder war es Nnaji, der Verantwortung übernahm – und sicher verwandelte. Der Doppelschlag saß, doch die Wattenscheider hatten noch nicht genug.

In der 24. Minute setzte Berkan Firat den nächsten Höhepunkt: Mit einem entschlossenen Dribbling ließ er mehrere Gegenspieler stehen und schloss mit einem platzierten Schuss ab, der – begünstigt durch den Innenpfosten – zum 3:0 im Netz einschlug. Innerhalb weniger Minuten war aus einem offenen Schlagabtausch eine klare Angelegenheit geworden.
Bis zur Pause drängte die SGW sogar auf den vierten Treffer. Mehrere gute Möglichkeiten blieben jedoch ungenutzt – ein Umstand, der die Überlegenheit der Hausherren aber kaum schmälert. Der ASC 09 wirkte in dieser Phase sichtlich verunsichert und froh, mit „nur“ drei Gegentoren in die Kabine zu gehen.
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Dortmunder dann deutlich engagierter. Sie wollten sich nicht kampflos ihrem Schicksal ergeben – und wurden dafür zumindest belohnt. In der 50. Minute behielt Rafael Camprobin im Strafraumgewühl die Übersicht und staubte zum 1:3-Anschluss ab.
Doch wer dachte, das Spiel könnte noch einmal kippen, sah sich schnell getäuscht. Wattenscheid reagierte abgeklärt und setzte weiterhin offensive Nadelstiche. Schacht, Doppelpacker Nnaji und auch Steve Tunga hatten Gelegenheiten, den alten Abstand wiederherzustellen, scheiterten jedoch jeweils entweder an Nickel oder an der eigenen Chancenverwertung.

Mit zunehmender Spieldauer beruhigte sich das Geschehen. Die ganz großen Möglichkeiten blieben zunächst aus, ehe in der 80. Minute noch einmal ein Raunen durchs Stadion ging: Der eingewechselte Ilias Anan wurde freigespielt, fand jedoch ebenfalls seinen Meister im stark reagierenden ASC-Keeper.
So blieb es letztlich beim verdienten 3:1-Erfolg für die SG Wattenscheid 09. Ein Sieg, der nicht nur sportlich von großer Bedeutung ist, sondern auch ein klares Signal im Aufstiegsrennen sendet. Die SGW bleibt mittendrin – und zeigt eindrucksvoll, dass sie auch in schwierigen Zeiten die richtige Antwort auf dem Platz geben kann.

Vor 2.310 Zuschauern leitete Schiedsrichter Patrick Holz die Partie souverän und hatte in den entscheidenden Szenen ein sicheres Gespür.
Für Wattenscheid geht es am kommenden Spieltag auswärts bei der SpVgg Erkenschwick weiter, während der ASC 09 zeitgleich die SpVgg Vreden empfängt – zwei Spiele, die bereits die nächsten Kapitel in einem spannenden Saisonfinale schreiben werden.
SGW: Mroß – Kacmaz, Gabriel, Sindermann, Nnaji (89. da Costa Pereira), Schacht (84. Kegel), Firat (75. Lewicki), Renke (94. Pulver), Tunga, Wortmann (75. Anan), Thaqi
ASC: Nickel – Hilsmann (46. Tshimanga), Wilkesmann, Stuhldreier, Urban, Warschewski, Opoku, Diskau, Podehl, D’Hone (71. Patrias), Camprobin
Tore: 1:0 Nnaji (16.), 2:0 Nnaji (21., Elfm.), 3:0 Firat (24.), 3:1 Camprobin (50.)
Zuschauer:2310
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