Gewalt nach DFB-Pokalspiel sorgt für Kritik am Einsatz von Polizeipferden
Nach den gewaltsamen Ausschreitungen im Anschluss an das DFB-Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern wächst die Kritik am Einsatz von Polizeipferden bei Fußballspielen. Die Tierrechtsorganisation PETA hat nun Anzeige beim Veterinäramt Mannheim erstattet und fordert ein grundsätzliches Umdenken bei der Polizei.
Pferde bei Ausschreitungen mit Pyrotechnik beschossen
Während der Ausschreitungen nach dem Spiel waren auch vier Polizeipferde im Einsatz. Nach Angaben von PETA wurden die Tiere mit Pyrotechnik beschossen. Die Organisation sieht darin nicht nur eine erhebliche Gefährdung der Pferde, sondern auch eine vermeidbare Belastung für die sensiblen Tiere.
Pferde gelten als Fluchttiere und reagieren besonders empfindlich auf laute Geräusche, Menschenmengen und explosionsartige Reize. Genau diese Faktoren seien bei den Ausschreitungen in Mannheim aufgetreten.
Anzeige gegen Pyrotechnik-Werfer und Verantwortliche
PETA hat nach eigenen Angaben Anzeige gegen die bislang unbekannten Personen erstattet, die Pyrotechnik auf die Tiere geworfen oder abgeschossen haben sollen. Darüber hinaus richtet sich die Anzeige auch gegen die Verantwortlichen des Pferdeeinsatzes beziehungsweise gegen die beteiligten Polizeireiter.
Die Tierrechtsorganisation argumentiert, dass die Tiere einer Situation ausgesetzt worden seien, die erheblichen Stress und Leid verursacht habe.
PETA fordert Verbot von Reiterstaffeln
Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin bei PETA, kritisierte den Einsatz der Pferde scharf. Nach Ansicht der Organisation habe der Einsatz keinen erkennbaren Nutzen gebracht und die Tiere unnötigen Risiken ausgesetzt.
PETA fordert deshalb Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel auf, den Einsatz von Pferden im Polizeidienst grundsätzlich zu untersagen. Moderne Polizeiarbeit könne aus Sicht der Tierschützer auch ohne Reiterstaffeln effektiv durchgeführt werden.
Verweis auf Entscheidung der Polizei Hamburg
Zur Untermauerung ihrer Forderung verweist PETA auf die jüngst bekannt gewordene Entscheidung der Polizei Hamburg, ihre Reiterstaffel aufzulösen. Nach den bekannt gegebenen Plänen soll die Einheit Ende des Jahres 2027 aus Kosten- und Personalgründen eingestellt werden.
Für PETA ist dies ein Beispiel dafür, dass Sicherheitsaufgaben auch ohne den Einsatz von Pferden wahrgenommen werden können.
Debatte über Polizeipferde gewinnt an Bedeutung
Der Vorfall in Mannheim könnte die Diskussion über den Einsatz von Polizeipferden bei Großveranstaltungen weiter anheizen. Befürworter sehen in den Tieren ein wirksames Mittel zur Deeskalation und Übersicht in Menschenmengen. Kritiker hingegen verweisen auf die Risiken für Tiere und Menschen in unübersichtlichen und gewaltgeprägten Einsatzlagen.
Ob die Ereignisse beim DFB-Pokalspiel politische oder organisatorische Konsequenzen nach sich ziehen werden, bleibt abzuwarten.
Ermittlungen und Aufarbeitung laufen
Die Vorfälle rund um die Ausschreitungen sowie den Einsatz der Polizeipferde dürften nun sowohl die Ermittlungsbehörden als auch die zuständigen Stellen im Tierschutz beschäftigen. Dabei wird auch die Frage im Mittelpunkt stehen, ob der Einsatz der Tiere unter den gegebenen Umständen angemessen war.



