Zwölf Belüftungsgeräte sollen Fische im Aasee schützen
Die Stadt Münster hat am Dienstag, 18. August, vorsorglich zwölf Belüftungsgeräte auf dem Aasee in Betrieb genommen. Hintergrund sind die anhaltende Hitze, die Trockenheit der vergangenen Wochen und die dadurch verstärkte Bildung von Algen sowie Cyanobakterien, die umgangssprachlich auch als Blaualgen bezeichnet werden.
Mit der Maßnahme soll die Sauerstoffversorgung des Gewässers verbessert und insbesondere für Fische ein sicherer Rückzugsraum geschaffen werden.
Sauerstoffwerte aktuell noch stabil
Nach Angaben der Stadt befindet sich der Sauerstoffgehalt des Aasees derzeit noch in einem stabilen Bereich. Die Belüftungsanlagen werden daher nicht aufgrund einer akuten Gefahr eingesetzt, sondern dienen als vorbeugende Maßnahme.
Experten befürchten jedoch, dass sich die Situation durch einen Wetterumschwung kurzfristig verändern könnte. Wenn die derzeit vorhandenen Algenbestände absterben, wird beim Abbau der Biomasse Sauerstoff verbraucht. Dadurch kann insbesondere in tieferen Wasserschichten Sauerstoffmangel entstehen.
Hitze belastet das Ökosystem des Aasees
Flache Gewässer wie der Aasee erwärmen sich während längerer Hitzeperioden besonders schnell. Gleichzeitig kann sich das Wasser in unterschiedliche Temperaturschichten aufteilen.
Dadurch gelangt weniger Sauerstoff in die tieferen Bereiche des Sees. Für Fische und andere Wasserlebewesen bedeutet dies zusätzlichen Stress und erschwerte Lebensbedingungen.
Blaualgen vermehren sich bei hohen Temperaturen
Die derzeitigen Wetterbedingungen begünstigen zudem die Vermehrung von Algen und Cyanobakterien. Solche Algenblüten treten besonders häufig in warmen Sommermonaten auf.
In den frühen Morgenstunden kann es dadurch bereits zu einem spürbaren Sauerstoffmangel im Wasser kommen. Stirbt eine größere Algenblüte ab, verschlechtert sich die Wasserqualität oftmals zusätzlich.
Belüftungsgeräte schaffen wichtige Rückzugsräume
Die eingesetzten Anlagen sollen gezielt Bereiche mit erhöhtem Sauerstoffgehalt schaffen. Diese Zonen dienen Fischen als Rückzugsräume, wenn andere Bereiche des Sees vorübergehend unter Sauerstoffmangel leiden.
Eine vollständige Sauerstoffversorgung des gesamten Aasees können die Geräte allerdings nicht leisten. Auch eine Abkühlung des Gewässers ist technisch nicht möglich.
Wasserqualität wird kontinuierlich überwacht
Die Stadt Münster kontrolliert die Wasserqualität des Aasees während der Sommermonate regelmäßig. Ziel ist es, kritische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen einzuleiten.
Da die Belüftungsanlagen einen hohen Energiebedarf haben, sollen sie nur so lange betrieben werden, wie es aus ökologischer Sicht notwendig ist.
Teil der Klimawandel-Strategie der Stadt Münster
Die Installation der Belüftungsgeräte ist Bestandteil der städtischen Resilienzstrategie sowie des langfristigen Handlungskonzepts für den Aasee.
Ziel dieser Maßnahmen ist es, das Ökosystem widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Dazu zählen insbesondere längere Hitzephasen, Trockenperioden und steigende Wassertemperaturen.
Stadt reagiert frühzeitig auf mögliche Risiken
Mit dem vorsorglichen Einsatz der Belüftungstechnik setzt Münster auf Prävention statt auf Krisenmanagement. Die Maßnahme soll helfen, ökologische Schäden zu verhindern und das empfindliche Gleichgewicht des Aasees auch unter extremen Wetterbedingungen zu erhalten.
Gerade angesichts zunehmender Hitzesommer gewinnen solche Schutzmaßnahmen für Gewässer und ihre Tierwelt zunehmend an Bedeutung.



