Ersatzneubau unter Hochdruck nach Vollsperrung der A45 wegen Schäden an der Talbrücke Rahmede
Die Talbrücke Rahmede ist bei einer Brückenkontrolle Anfang Dezember 2021 per Laserscan untersucht worden. Dabei wurden Verformungen im Überbau gefunden, die eine sofortige Sperrung der A45 für den gesamten Verkehr notwendig machten.
Noch am Tag dieser Sperrung wurden weitere Untersuchungen in Auftrag gegeben, um das gesamten Ausmaß der Schäden beurteilen zu können.
Abschließende Untersuchungen haben Anfang Januar ergeben, dass es nicht mehr möglich ist, Verkehr über die Brücke fließen zu lassen.
Von der Baufeldräumung zur Freigabe
Mit der Vergabe am 4. Juli 2023 ist die Arbeitsgemeinschaft aus HABAU, MCE und Bickhardt Bau mit dem Neubau der Talbrücke Rahmede beauftragt.
Bis zum Oktober 2023 wurde das Baufeld geräumt, dass heißt, die Reste der gesprengten Brücke sowie das Fallbett wurden abgefahren.
Ab Oktober fanden im Baufeld Rodungen statt und es wurden Baustraßen angelegt. Gleichzeitig wurde das Bauwerk im Detail geplant. Dabei müssen bis zu 1000 Einzelpläne erstellt werden, die zu einem großen Teil einen Genehmigungsprozess durchlaufen müssen. Damit es in diesem Prozess nicht Verzögerungen kommt, hat die Autobahn Westfalen ein Team aus unterschiedlichen Abteilungen und externen Fachleuten aufgestellt, die alle anliegenden Themen unverzüglich abarbeiten.
Die Fundamente der Pfeiler und Widerlager werden mit so genannten Bohrpfählen gegründet. Für die Bohrungen für diese tief in den Boden reichenden Pfeiler müssen die künftigen Pfeilerstandorte im steilen Hang so hergerichtet werden, dass die schweren Bohrgeräte arbeiten können. Das heißt, dass im Hang auch Stützwände eingezogen werden.
Die Pfeiler werden mit einer Kletterschalung Stück für Stück betoniert. Anders als bei der alten Talbrücke mit fünf Pfeilern tragen je vier Pfeiler den Brückenüberbau. Da die neue Brücke aus zwei Teilen besteht – einer pro Fahrtrichtung – werden insgesamt acht Pfeiler gebaut.
Aus zwei Taktkellern wird der Stahlüberbau über die Pfeiler geschoben. Ein Taktkeller ist eine temporäre Montagestelle für die Stahlelement. Dort wird Stück für Stück der Stahlüberbau über die Pfeiler geschoben. Beim Neubau der Talbrücke Rahmede geschieht das von zwei Seiten gleichzeitig.
Ist der Stahlüberbau fertig, wird die Fahrbahnplatte aus Beton hergestellt. Abschließend erhält diese Betonplatte die sogenannten Kappen, also die Randelement der Brücke aus Beton. Der Fahrbahnbelag wird erstellt und Schutzeinrichtungen montiert. Freigabe des ersten Teilbauwerk wird im Sommer 2026 sein.



