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Krefeld: Neue DNA-Spuren im Cold Case – Hoffnung auf Durchbruch im Mordfall der Lidl-Filialleiterin Sonja K. nach 30 Jahren
© Polizei Krefeld

Krefeld: Neue DNA-Spuren im Cold Case – Hoffnung auf Durchbruch im Mordfall der Lidl-Filialleiterin Sonja K. nach 30 Jahren


Polizei erzielt entscheidenden Fortschritt im ungelösten Mordfall von 1995

Mehr als drei Jahrzehnte nach dem gewaltsamen Tod der damaligen Lidl-Filialleiterin Sonja K. ist den Ermittlern ein bedeutender Fortschritt gelungen. Die Polizei Mönchengladbach konnte mithilfe moderner kriminaltechnischer Verfahren neue DNA-Spuren sichern und auswerten, die möglicherweise direkt zum Täter oder zu mehreren Tatverdächtigen führen könnten.

Der Fall zählt zu den bekanntesten ungeklärten Tötungsdelikten am Niederrhein und beschäftigt Ermittler, Angehörige und die Öffentlichkeit bis heute.

Brutales Verbrechen erschütterte St. Tönis

Am Morgen des 25. Januar 1995 wurde die damals 24-jährige Sonja K. in einem Lidl-Markt an der Hochstraße 33 bis 35 in St. Tönis Opfer eines grausamen Verbrechens.

Unbekannte Täter hatten die junge Filialleiterin erdrosselt und anschließend den Tresor des Supermarktes ausgeraubt. Trotz umfangreicher Ermittlungen konnte die Tat über Jahrzehnte nicht aufgeklärt werden.

Moderne Kriminaltechnik eröffnet neue Chancen

Was den Ermittlern in den 1990er-Jahren noch nicht zur Verfügung stand, könnte nun den Durchbruch bringen. Dank moderner DNA-Analyseverfahren konnten Spuren ausgewertet werden, die damals technisch nicht verwertbar waren.

Die Ermittlungsgruppe Cold Case der Polizei Mönchengladbach setzt große Hoffnungen in diese neuen Erkenntnisse. Die gesicherten DNA-Spuren werden derzeit mit zahlreichen Vergleichsproben abgeglichen.

Hunderte Personen zur DNA-Abgabe gebeten

Im Rahmen der Ermittlungen wurden zahlreiche Speichelproben genommen. Die Vergleichsproben stammen von Personen, die damals in irgendeiner Form mit dem Tatort oder dem Opfer in Kontakt gestanden haben könnten.

Darunter befinden sich unter anderem:

  • Einsatzkräfte von Rettungsdiensten
  • Polizeibeamte
  • Familienangehörige und Bekannte
  • Kolleginnen und Kollegen
  • Lieferanten
  • Ladendetektive
  • Reinigungskräfte
  • weitere Personen aus dem beruflichen Umfeld

Bereits jetzt konnten einige DNA-Spuren eindeutig zugeordnet und die betreffenden Personen als Täter ausgeschlossen werden.

Auswertung läuft weiterhin auf Hochtouren

Nach Angaben der Polizei sind bislang noch nicht alle Vergleichsproben ausgewertet worden. Die kriminaltechnischen Untersuchungen werden deshalb konsequent fortgeführt.

Die Ermittler verfolgen das Ziel, sämtliche offenen Spuren auszuschöpfen und den Verantwortlichen für das Verbrechen nach mehr als 30 Jahren doch noch zu identifizieren.

Ermittler wollen den Angehörigen endlich Gewissheit geben

Für die Polizei steht nicht nur die strafrechtliche Aufklärung der Tat im Mittelpunkt. Ebenso wichtig ist es, den Hinterbliebenen endlich Antworten zu geben.

Kriminalhauptkommissarin Stefanie Kohnen aus der Ermittlungsgruppe Cold Case betont, dass alles darangesetzt werde, den Mord an Sonja K. aufzuklären und den Angehörigen Gewissheit zu verschaffen.

Geplante Hochzeit wurde durch das Verbrechen zerstört

Der Mord beendete nicht nur das Leben einer jungen Frau, sondern auch ihre Zukunftspläne.

Sonja K. wollte im Sommer 1995 ihren Lebensgefährten heiraten und mit ihm eine Familie gründen. Freunde, Angehörige und Arbeitskollegen beschrieben sie als ehrliche, fleißige, zuverlässige und freundliche Persönlichkeit.

Auch ihre berufliche Laufbahn verlief vielversprechend. Bereits in jungen Jahren war sie zur Filialleiterin aufgestiegen und galt als geschätzte Führungskraft.

Familie kämpft noch heute mit den Folgen der Tat

Besonders tragisch: Die Eltern von Sonja K. erlebten die Aufklärung des Falls nicht mehr.

Nach Angaben ihrer Brüder konnte die Mutter den Verlust ihrer Tochter bis zu ihrem Tod im Jahr 2009 nie überwinden. Die Familie hofft bis heute auf Antworten.

Die beiden Brüder wünschen sich vor allem Gewissheit darüber, wer ihre Schwester getötet hat und warum die Tat geschah.

5.000 Euro Belohnung für entscheidenden Hinweis

Die Polizei setzt weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung. Für Informationen, die zur Aufklärung der Tat und zur Ermittlung des Täters führen, wurde eine Belohnung von 5.000 Euro ausgelobt.

Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 02161 / 290 sowie per E-Mail an mk.lidl.Moenchengladbach@polizei.nrw.de entgegen.

Teil der Cold-Case-Kampagne „Mord verjährt nicht“

Der Fall Sonja K. ist Bestandteil der Öffentlichkeitskampagne „Mord verjährt nicht. Der Niederrhein erinnert sich.“

Im Rahmen dieser Initiative arbeiten die Polizei Mönchengladbach, das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen, die Staatsanwaltschaft Krefeld sowie die Polizeibehörden in Krefeld und im Kreis Viersen gemeinsam daran, ungeklärte Tötungsdelikte der vergangenen Jahrzehnte neu aufzurollen.

Mit modernen Ermittlungsansätzen, aktueller Forensik und neuen Hinweisen sollen Täter identifiziert und alte Verbrechen endlich aufgeklärt werden.

Neue DNA-Spuren machen Hoffnung auf späte Gerechtigkeit

Nach über 30 Jahren könnte der Fall nun vor einer entscheidenden Wende stehen. Die neu gesicherten DNA-Spuren geben den Ermittlern berechtigte Hoffnung, den oder die Verantwortlichen doch noch zu identifizieren.

Für die Familie von Sonja K. wäre eine Aufklärung nicht nur ein kriminalistischer Erfolg, sondern vor allem die Antwort auf eine Frage, die sie seit Jahrzehnten begleitet: Wer hat Sonja K. getötet?


 

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