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Dortmund: Rechte Burschenschaft in der Westfalenhalle greift Journalisten an und schlägt Aktivisten eine Regenbogenfahne aus der Hand
© RAMedia

Dortmund: Rechte Burschenschaft in der Westfalenhalle greift Journalisten an und schlägt Aktivisten eine Regenbogenfahne aus der Hand


Es war ein Schlag, der durch die Medienlandschaft ging. Die Messe Jagd und Hund hatte am Stand in der Dortmunder Halle 3, am Stand C76, eine rechte Burschenschaft zu Gast. Unter dem Motto „Ehre, Freiheit, Vaterland“, vereint sie laut eigener Aussage rund 4500 Mitglieder in etwa 70 Burschenschaften.  Das Journalisten und Fotografen nicht zu der Gruppe gehören, die bei dieser Vereinigung gern gesehene Gäste sind, durfte unser Fotograf vor Ort erleben. Ebenso zwei Aktivisten, die eine Regenbogenfahne vor dem Stand hielten. Diese wurde durch ein Mitglied der rechten Gruppe heruntergeschlagen. Das Sicherheitspersonal der Kötter Gruppe schritt leider nicht ein. Lieber stellte sich die Leiterin mit den rechten zusammen und fand es wohl sehr interessant und lustig, was man Ihr dort gesagt habe. Statt Journalisten und Demonstranten zu schützen, hatte man den Eindruck, dass die Betriebsleiterin und auch das männliche Sicherheitspersonal sehr gern die Ansichten der Rechten anhört.  Sogar mit ihnen lacht. Fast 30 Minuten.

Auf Anfrage, ob die Gruppe nun rechts sei, wurde uns seitens der Burschenschaft geantwortet „Ja ich bin ein Rechtsextremist und ich bin hier in Freizeit“. Weitere Anfragen wurden immer an den Pressesprecher weitergeleitet, der aber weder vor Ort war noch eine Telefonnummer hatte. Doch angeblich 5 Minuten später zum Stand kommen wollte. Natürlich war er nicht vor Ort.

Radosewic Radoart-Media

 

Auf Anfrage beim Sicherheitspersonal, warum man sich jetzt seit fast 30 Minuten mit einer rechten Vereinigung unterhält, wurde nur kommentiert „Wollen Sie mir das Verbieten?“  Dieses Sicherheitspersonal hat nichts in der Halle zu suchen, gerade wenn Konflikte zwischen Demonstranten oder Pressevertretern mit rechten Gruppierungen gibt.

Auch der Einsatzleiter der Dortmunder Polizei hat das Thema Rechts und Pressefreiheit nicht verstanden. Unser Fotograf wurde teilweise mit vier Einsatzkräften begleitet, um weitere Fotos des Standes zu verhindern. Das ist nicht das Konzept des Polizeipräsidenten, der die Pressefreiheit und den Schutz der Journalisten gegen rechte Gruppierungen schützen möchte.

Hier hat sich der Sicherheitsdienst der Kötter Gruppe und auch die Polizei Dortmund sich nicht mit Ruhm bekleckert. Erst als der Pressesprecher der Westfalenhalle der Deutschen Burschenschaft die Regeln der Halle erklärte, war die DB handzahm. Diese Messe ist öffentlich und somit auch für Fotografen für die Berichterstattung zugänglich. Diese werden im Vorfeld durch die Westfalenhalle akkreditiert. Keine rechte Vereinigung hat das Recht, einen Presseausweis zu verlangen. Sollte sich die Burschenschaft durch Ihren nicht vor Ort gewesenen Pressesprecher erklären lassen.

Auf unsere Anfrage bei anderen Ausstellern, was man von der Deutschen Burschenschaft auf der Jagd und Hund hält, gab es bis auf einige wenige Ausnahmen nur negativen Tenor. Der Standbetreiber gegenüber der Burschenschaft fand das gar nicht so schlimm, dass sich dort Rechtsradikale befänden. Sein Stand war dementsprechend auch nicht gut besucht. Im Gegenteil hatten wir den Eindruck, dass er die Presse ganz schnell da weg haben wollte.


 

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