Wettbewerb entschieden: Zukunft des Phoenix-Gymnasiums nimmt Gestalt an
Das Phoenix-Gymnasium in Dortmund-Hörde steht vor einer bedeutenden Erweiterung. Nachdem der Rat der Stadt Dortmund die Vergrößerung der Schule von vier auf fünf Züge beschlossen hatte, wurde ein hochkarätiger Architektenwettbewerb ausgelobt. Nun stehen die Sieger fest. Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie der dringend benötigte Erweiterungsbau künftig aussehen könnte und welche Visionen die Planungsbüros für den Bildungsstandort entwickelt haben.
Mehr Platz durch G9 und steigenden Raumbedarf
Die Grundlage für den Ausbau bildet die Schulentwicklungsplanung 2018 bis 2023. Mit der Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) entstand zusätzlicher Raumbedarf. Bereits in den Schuljahren 2019/2020 und 2020/2021 hatte die Stadt Dortmund mobile Raumeinheiten aufstellen lassen, um die Situation vorübergehend zu entschärfen. Eine dauerhafte Lösung sollte jedoch nicht nur funktional sein, sondern auch architektonisch und städtebaulich überzeugen.
Besonders wichtig war dabei die prominente Lage des Schulstandorts am Eingang des Stadtteils Hörde. Der Neubau soll sich harmonisch in die Umgebung einfügen und gleichzeitig ein modernes, attraktives Erscheinungsbild schaffen.
Große Resonanz: 250 Planungsbüros bewarben sich
Das Interesse am Wettbewerb war enorm. Insgesamt bewarben sich 250 Planungsbüros um die Teilnahme. Aus diesem Bewerberfeld wurden 15 Büros ausgelost, von denen schließlich 14 Entwürfe eingereicht wurden.
Eine Fachjury aus Expertinnen und Experten der Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung bewertete die eingereichten Konzepte am 15. Juli. Am Ende wurden ein erster, ein zweiter und ein dritter Preis vergeben. Darüber hinaus erhielten zwei weitere Entwürfe Anerkennungen.
Erster Preis: Harmonisches Zusammenspiel von Schule, Sport und Freiraum
Den Siegerentwurf lieferten Feja + Kemper Architekten Stadtplaner Partnerschaftsgesellschaft mbB aus Recklinghausen gemeinsam mit reSET_land Landschaftsarchitekten und Stadtplaner PartGmbH aus München.
Das Konzept verbindet den Neubau direkt mit der bestehenden Dreifachsporthalle. Dadurch entsteht ein gemeinsamer Eingangsbereich, der Schule und Sporthalle zu einem architektonisch stimmigen Gesamtbild vereint.
Besonders überzeugte die Jury das offene Forum, das eine direkte Verbindung zwischen Schulgelände und Faßstraße schafft. Gerade Schülerinnen und Schüler, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, profitieren von dieser Lösung.
Moderne Lernlandschaften und Lernen im Freien
Im Inneren setzt der Siegerentwurf auf klar strukturierte Gemeinschafts- und Unterrichtsbereiche. Die Lernzonen bieten flexible Möglichkeiten für gemeinsames Arbeiten und modernes Lernen.
Ein besonderes Highlight ist die geplante Terrasse mit Blick zur Emscher. Sie soll als zusätzlicher Lernort im Freien dienen und Unterricht außerhalb klassischer Klassenräume ermöglichen.
Auch die Außenanlagen wurden positiv bewertet. Mehr Grünflächen, neue Bäume sowie Aufenthalts- und Bewegungsbereiche schaffen eine hohe Aufenthaltsqualität. Wasserdurchlässige Beläge reduzieren zudem die Versiegelung der Flächen und stärken die Nachhaltigkeit des Projekts.
Zweiter Preis: Dachterrasse mit beeindruckendem Ausblick
Den zweiten Platz belegte das Team aus caspar.schmitzmorkramer gmbh BDA aus Köln und studio grüngrau gmbh aus Düsseldorf.
Der Entwurf setzt auf ein kompaktes viergeschossiges Gebäude mit markanter Eingangssituation. Großzügige Glasflächen sorgen für Transparenz und eine offene Atmosphäre.
Als besonderes Merkmal gilt die große Dachterrasse. Sie bietet zusätzliche Lern- und Aufenthaltsbereiche mit weitem Blick über den Schulcampus und den Stadtteil Hörde. Die Jury lobte außerdem die übersichtliche Organisation der Lernbereiche.
Kritisch bewertet wurden jedoch die stark versiegelten Außenflächen sowie die wenig einladende Gestaltung des Vorplatzes durch Verkehr und Parkflächen.
Dritter Preis: Nachhaltige und wirtschaftliche Bauweise überzeugt
Der dritte Platz ging an PBA Peter Bastian Architekten aus Münster gemeinsam mit Kemming Landschaftsarchitektur aus Münster.
Der Entwurf sieht einen kompakten fünfgeschossigen Neubau vor, der den Eingang des Schulgeländes deutlich hervorhebt. Die vorhandene Fläche wird besonders effizient genutzt, gleichzeitig steht ein ressourcenschonender Ansatz im Mittelpunkt.
Helle Lernbereiche mit Blick zur Emscher, ein großzügiges Foyer sowie die Verbindung von Veranstaltungsbereich und Terrasse wurden von der Jury positiv hervorgehoben. Einschränkungen sah sie unter anderem bei der Gestaltung des Vorplatzes und bei einzelnen Gebäudebereichen, die weniger großzügig wirken.
Ausstellung zeigt alle Entwürfe im Studieninstitut Ruhr
Wer sich selbst ein Bild von den eingereichten Ideen machen möchte, kann die Wettbewerbsergebnisse vom 10. bis 21. August im Studieninstitut Ruhr am Königswall 25 bis 27 in Dortmund besichtigen.
Die Ausstellung bietet einen umfassenden Überblick über alle eingereichten Konzepte und zeigt, wie die Zukunft des Phoenix-Gymnasiums aussehen könnte. Geöffnet ist sie montags bis donnerstags von 7 bis 15:30 Uhr sowie freitags von 7 bis 13 Uhr.
Nächster Schritt: Verhandlungen mit den Siegerbüros
Der Fachbereich Liegenschaften der Stadt Dortmund bereitet derzeit die nächsten politischen Beschlüsse vor. Anschließend sollen Verhandlungen mit den drei ausgezeichneten Planungsbüros aufgenommen werden.
Im Mittelpunkt stehen dabei mögliche Optimierungen der Entwürfe, die Berücksichtigung der Anmerkungen des Preisgerichts sowie die Abstimmung von Kostenrahmen und Zeitplänen. Damit rückt die Realisierung des Erweiterungsbaus für das Phoenix-Gymnasium einen entscheidenden Schritt näher.



