Hier könnte Ihre Werbung stehen,sprechen Sie uns an

Dortmund: Jagd und Hund wieder im Fokus der Tierschützer – Oberbürgermeister Westphal verschleppt Ethikkommission
© Pixabay

Dortmund: Jagd und Hund wieder im Fokus der Tierschützer – Oberbürgermeister Westphal verschleppt Ethikkommission


24 Tier- und Naturschutzorganisationen kritisieren Aufweichung der Teilnahmebedingungen und die Untätigkeit der Ethikkommission des OberbürgermeistersAm 28. Januar beginnt in Dortmund Europas größte Jagdmesse JAGD & HUND, auf der auch Trophäenjagdreisen mit Abschüssen auf bedrohte und international geschützte Tierarten wie Elefanten, Leoparden, Nashörner oder Löwen angeboten werden. Diese Messeangebote sind seit Jahren hochumstritten. Nun weicht die Messe zudem ihre Teilnahmebedingungen auf und erlaubt erneut Angebote von Gatterjagden.

Die Ethikkommission des Dortmunder Oberbürgermeisters bleibt stumm. 24 Tier- und Naturschutzorganisationen kritisieren Messe und Oberbürgermeister dafür scharf. „Es ist erschreckend, insbesondere vor dem Hintergrund des globalen Artensterbens, dass selbst die kleinen positiven Entwicklungen bezüglich wichtiger Tier- und Artenschutzaspekte von Trophäenjagdangeboten auf der Messe nicht nur ausgebremst, sondern auch rückgängig gemacht werden. Das ist absolut inakzeptabel!“, bemängelt Dr. Mona Schweizer von Pro Wildlife.

Gatterjagdangebote nach acht Jahren wieder erlaubt2016 verabschiedete die Weltnaturschutzunion (IUCN) eine Resolution gegen die Zucht von Löwen zum Abschuss in Gehegen (Gatterjagd). Auch der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßte dieses Signal gegen diese besonders grausame Form der Trophäenjagd. Infolgedessen untersagte die Dortmunder Messe ab 2017 derartige Angebote. Doch wie Pro Wildlife 2023 aufdeckte, wurde dieses Verbot nicht kontrolliert und damit auch nicht durchgesetzt. Anstatt die Kontrollen zu verschärfen, hat die Messe das Verbot nun nahezu unbemerkt aus den Teilnahmebedingungen gestrichen. Neben der Gatterjagd von Löwen dürfen nun auch wieder Angebote für Jagden auf künstlich gezüchtete Farbvarianten von Antilopen vermarktet werden. „Es ist ein Armutszeugnis, dass die Messe nicht einmal ihre Minimalstandards aufrechterhält und Angebote zulässt, die selbst von Jagdlobbyorganisationen öffentlich abgelehnt werden“, so Schweizer.

Oberbürgermeister verschleppt EthikkommissionAls Reaktion auf die anhaltende Kritik an den Trophäenjagdangeboten auf der Messe versprach Dortmunds Oberbürgermeister Westphal (SPD) zur Wahl 2020 eine Ethikkommission, die eine Bewertung der entsprechenden Angebote aus ethischer Perspektive erstellen sollte. Nach anhaltendem Druck wurde die Kommission 2023 endlich eingesetzt. Seitdem ist nichts passiert. Auch zur aktuellen Aufweichung der Teilnahmebedingungen gab es keine Reaktion. Eine schriftliche Anfrage von 23 Tier- und Naturschutzorganisationen im November 2024 bezüglich des aktuellen Arbeitsfortschritts seiner Kommission ließ der OB auch nach wiederholter Nachfrage unbeantwortet. „Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Herr Westphal nie wirklich hinter seinem Wahlversprechen stand und nun hofft, dass, wenn er die Thematik lange genug ignoriert, ihm mögliche ethische Bedenken der Kommission und ein daraus folgender Handlungsbedarf nicht im anstehenden Wahlkampf in die Quere kommen. Denn die Messeangebote zum Abschuss bedrohter Tierarten untergraben nicht nur den Artenschutz, sondern sind auch aus Tierwohlsicht absolut unethisch“, betont Schweizer abschließend. Im Herbst 2025 finden in Dortmund Oberbürgermeisterwahlen statt. OB Westphal stellt sich zur Wiederwahl.

Die GRÜNEN in Dortmund fordern die Westfalenhallen Dortmund als Veranstalterin von Europas größter Jagdmesse „Jagd & Hund“ in Dortmund auf, eine Artenschutz-Gebühr von 10 Euro pro Ticket einzuführen. Dieses aber auch erst 2026. Aber es ist ja Wahlkampf, da kann man schon mal sich kurz vor der Messe äußern.


 

Cookie Consent mit Real Cookie Banner