Ein Feuerwehreinsatz in Dortmund hat am Mittwochabend zu einer großangelegten Evakuierung von zwei Wohnhäusern geführt. Nachdem in einem Gebäude an der Robertstraße Teile einer Zimmerdecke herabgestürzt waren, entdeckten Einsatzkräfte massive Schäden an der Bausubstanz. Insgesamt mussten 13 Bewohner ihre Wohnungen verlassen.
Deckenplatten stürzen in Wohnung herab
Gegen 17:30 Uhr alarmierte ein Mieter die Feuerwehr, nachdem sich Gipskartonplatten von der Zimmerdecke seiner Wohnung gelöst hatten. Die Deckenverkleidung stürzte auf einer Fläche von rund fünf Quadratmetern herab.
Bei der weiteren Kontrolle stellten die Einsatzkräfte fest, dass sich auch weitere Teile der Deckenverkleidung bereits gelöst hatten und eine Gefahr für die Bewohner bestand.
Massive Risse im Gebäude festgestellt
Im Treppenhaus entdeckte die Feuerwehr starke Rissbildungen in allen vier Wänden. Die Schäden verliefen vertikal, horizontal sowie diagonal und wiesen teilweise eine sogenannte Treppenbildung auf. Auch im Keller wurden großflächige Materialabplatzungen an Wänden und Decken festgestellt.
Aufgrund des Schadensbildes wurden Baufachberater der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) hinzugezogen.
Verdacht auf Grundbruch
Die Experten kamen nach ihrer Begutachtung zu dem Ergebnis, dass vermutlich ein Grundbruch vorliegt. Dadurch könnte die Stabilität einer tragenden Wand erheblich beeinträchtigt worden sein.
Da die vollständige Standsicherheit des Gebäudes nicht bestätigt werden konnte, ordneten die Behörden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen an.
Auch Nachbargebäude betroffen
Besonders brisant: Die Fachleute stellten fest, dass das Gebäude an der Robertstraße bautechnisch mit einem Haus an der Oesterholzstraße verbunden ist. Sollte die Tragfähigkeit des ersten Hauses versagen, könnte dies direkte Auswirkungen auf das Nachbargebäude haben.
Daraufhin wurde die Evakuierung auf beide Häuser ausgeweitet.
Bewohner und Haustiere in Sicherheit gebracht
Gemeinsam mit Polizei, THW, Sozialamt, Tiefbauamt, Bauordnungsamt und Energieversorgern wurden beide Gebäude geräumt. Die Strom-, Gas- und Wasserversorgung wurde vorsorglich abgeschaltet.
Mehrere Wohnungen mussten auf Anordnung der Polizei gewaltsam geöffnet werden, um sicherzustellen, dass sich keine Personen mehr in den Gebäuden befinden.
Insgesamt mussten 13 Bewohner ihre Wohnungen verlassen. Sie kamen bei Verwandten, Bekannten oder in Ersatzunterkünften unter. Auch Haustiere wurden mit einem Tiertransportwagen der Feuerwehr vorübergehend in ein Tierheim gebracht.
Bauordnungsamt übernimmt weitere Untersuchungen
Nach Abschluss der Sicherungsmaßnahmen wurden die Gebäude verschlossen und gegen unbefugten Zutritt gesichert. Die weitere Bewertung der Schäden übernimmt nun das Bauordnungsamt, das nach umfassenden Untersuchungen über das weitere Vorgehen entscheiden wird.



