Dortmund setzt auf mehr Schulwegsicherheit für Radfahrende
Die Stadt Dortmund schafft ihre erste Fahrradzone und setzt damit ein deutliches Zeichen für sichere und nachhaltige Mobilität. Rund um das Schulzentrum am Grüningsweg in Asseln entsteht in den kommenden Wochen ein neues Verkehrsmodell, das insbesondere Schülerinnen und Schülern zugutekommen soll.
Täglich nutzen rund 2.200 Kinder und Jugendliche des Immanuel-Kant-Gymnasiums und der Max-Born-Realschule die Wege rund um das Schulzentrum. Der Grüningsweg gilt dabei als wichtigste Zufahrtsstraße, die bislang insbesondere in den Morgenstunden durch hohes Verkehrsaufkommen und parkende Fahrzeuge geprägt ist.
Schülervertretungen treiben das Projekt entscheidend voran
Ein wesentlicher Impuls für die neue Fahrradzone kam direkt von den Schülerinnen und Schülern selbst. Die Schülervertretungen des Immanuel-Kant-Gymnasiums und der Max-Born-Realschule hatten sich über einen längeren Zeitraum intensiv für die Einführung eingesetzt.
In Gesprächen mit Politik und Verwaltung machten sie auf die schwierige Verkehrssituation aufmerksam und warben für Maßnahmen, die den Schulweg für Radfahrende sicherer gestalten sollen.
Mit Erfolg: Bereits Mitte Oktober sollen die Markierungs- und Beschilderungsarbeiten abgeschlossen sein.
Grüningsweg wird zum Herzstück der Fahrradzone
Das neue Verkehrsprojekt umfasst nicht nur den Grüningsweg selbst, sondern ein ganzes Netz von Straßen rund um das Schulzentrum.
Zur Fahrradzone gehören künftig:
- Am Münzenkamp
- Am Thurmacker
- Am Timmerbed
- Beisemannskamp
- Brütingsweg
- Grüningsweg
- Kamergstraße
- Lowenthal
- Lübbertweg
- Ostenschleifweg
- Rübenstraße
- Ruckebierstraße
- Schorlemmerskamp
- Springweg
Damit entsteht erstmals in Dortmund ein zusammenhängender Bereich, in dem der Radverkehr Vorrang erhält.
Autofahrer müssen sich künftig dem Fahrradverkehr anpassen
In einer Fahrradzone bestimmt grundsätzlich der Radverkehr das Geschehen auf der Straße.
Autofahrende dürfen Radfahrer weder behindern noch gefährden. Zudem müssen sie ihre Geschwindigkeit und Fahrweise an den Radverkehr anpassen. Da Radfahrende nebeneinander fahren dürfen und beim Überholen ein Mindestabstand von 1,50 Metern vorgeschrieben ist, wird das Überholen in vielen Situationen praktisch nicht möglich sein.
Für Kraftfahrzeuge gilt weiterhin eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.
Mehr Komfort und Sicherheit für den täglichen Schulweg
Das Ziel der Maßnahme ist klar: Mehr Schülerinnen und Schüler sollen das Fahrrad als Verkehrsmittel für den Schulweg nutzen.
Schulleiter Markus Katthagen vom Immanuel-Kant-Gymnasium erwartet spürbare Verbesserungen für die jungen Verkehrsteilnehmer. Die neue Fahrradzone sende ein klares Signal an alle Jugendlichen, die bislang noch zwischen Bus und Fahrrad schwanken.
Gleichzeitig soll die Maßnahme den bereits heute hohen Anteil von Radfahrenden am Schulzentrum unterstützen und deren Sicherheit erhöhen.
Arbeiten starten Anfang Oktober
Die Umsetzung der Fahrradzone beginnt am 5. Oktober mit den notwendigen Markierungs- und Beschilderungsarbeiten.
Während der Bauphase kann es zu zeitweiligen Verkehrsbeeinträchtigungen kommen. Die bestehende Parkordnung im Bereich der Fahrradzone bleibt jedoch unverändert.
Da insbesondere die Markierungsarbeiten stark vom Wetter abhängen, können sich die Termine bei anhaltendem Regen oder Frost verschieben.
Fahrradzonen sollen den Verkehr entschleunigen
Anders als klassische Fahrradstraßen umfasst eine Fahrradzone mehrere zusammenhängende Straßen innerhalb eines Gebietes.
Die Regeln entsprechen dabei weitgehend denen einer Fahrradstraße:
- Fahrräder und Pedelecs prägen das Verkehrsgeschehen
- Radfahrende dürfen nebeneinander fahren
- Tempo 30 gilt für alle Verkehrsteilnehmer
- An Kreuzungen gilt weiterhin die bestehende Beschilderung beziehungsweise „rechts vor links“
Durch die Entschleunigung soll der Verkehr sicherer und entspannter werden.
Auch Anwohner profitieren von dem Konzept
Neben der verbesserten Schulwegsicherheit verspricht sich die Stadt weitere positive Effekte.
Weniger motorisierter Verkehr bedeutet langfristig:
- weniger Lärm
- geringere Abgasbelastung
- höhere Aufenthaltsqualität
- bessere Luftqualität
Damit profitieren nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die Bewohnerinnen und Bewohner des gesamten Wohngebiets.
Dortmund startet neues Kapitel der Mobilitätswende
Mit der ersten Fahrradzone im Stadtgebiet geht Dortmund einen weiteren Schritt in Richtung einer fahrradfreundlicheren Verkehrspolitik. Das Projekt in Asseln könnte dabei als Vorbild für weitere Stadtteile dienen.
Sollte sich die Fahrradzone am Grüningsweg bewähren, könnte sie künftig als Modell für ähnliche Maßnahmen rund um weitere Schulen und Wohngebiete dienen.



