Mannheim siegt im Duell der ewigen Rivalen gegen Berlin. Nach dem 13-Tore-Spektakel sind die Adler „Weihnachtsmeister“. „Es war ein tolles Spiel. Wir haben die Energie der Fans aufgenommen und ein tolles Ergebnis erzielt“, freut sich Zachary Solow. Die Eisbären kassieren die zweite 5:8-Klatsche innerhalb von fünf Tagen (zuvor in Ingolstadt) und verlieren die 3. Partie in Folge bei einem Team aus den Top-4. „Wir haben viel zu viele Fehler gemacht. Das Ergebnis ist eine absolute Katastrophe“, schimpft Frederik Tiffels und fügt vielsagend hinzu: „Wir helfen uns halt nicht selbst. Ich habe eigentlich noch etwas auf der Zunge, aber das verkneife ich mir heute mal…“
Bei diesem Duell trafen auch einige Nationalspieler aufeinander, alle mit dem großen Ziel Olympia. „Du weißt nie, wann der Bundestrainer da ist, wann er guckt. Da heißt es jetzt erstmal auf sich selbst zu schauen. Natürlich ist es im Hinterkopf. Jeder will dabei sein, es ist ein Lebenstraum. Das ist das Ziel Nummer 1 für jeden Sportler. Dieses Jahr hat man die Chance darauf, da will man das natürlich wahrnehmen“, erklärt Mannheims Leon Gawanke. Auf Berliner Seite fügt Eric Mik hinzu: „Olympia ist natürlich ein Traum von jedem Athleten. Wenn du da dabei sein darfst, ist es eines der größten Dinge, die du in deiner Karriere erreichen kannst.“
Köln ist weiter im Flow und kurz vor Weihnachten punktgleich mit Spitzenreiter Mannheim. „Wir haben momentan extrem hohes Selbstbewusstsein. Das System des Trainers wurde verinnerlicht und wir haben einen super Torwart hinten drinstehen. Aber ich würde alles auf die gute Teamchemie schieben“, erklärt sich Parker Tuomie den Erfolgslauf von 10 Siegen aus den vergangenen 11 Spielen. Von solchen Zahlen kann Frankfurt nur träumen – die Löwen weisen eine Horror-Bilanz auf: 9 Niederlagen in Folge, nach 31 Spielen erst 25 Punkte und schon 126 Gegentore (über 4 Gegentreffer pro Spiel). Trainer Tom Pokel versucht trotzdem Optimismus zu verbreiten: „Wir sind dran! Unsere Mannschaft wird nicht für die Arbeit belohnt, die sie investiert. Aber das ist eine Phase und das wird sich ändern.“
München jubelt im oberbayrischen Derby und feiert den 8. Sieg in Folge. „Jeder springt in die Bresche, gibt nochmal die 5 oder 10 Prozent extra. Zudem spielen wir als Team hervorragend zusammen. Die letzten 15 Spiele machen wir einen super Job“, erklärt Jubilar Fabio Wagner (600. DEL-Spiel) das Erfolgsgeheimnis der Münchner. Beim ERC Ingolstadt reißt mit der 1:3-Niederlage die Megaserie von 14 Heimsiegen in Folge. „Sie haben uns nicht viel gegeben. In solchen Spielen musst du in die schmutzigen Regionen kommen, die 1-gege-1-Duelle gewinnen und in der Struktur spielen, die wir das ganze Jahr über gezeigt haben. Das ist uns heute nicht gelungen“, hadert Morgan Ellis.
Der Horror-Dezember für die Schwenninger Wild Wings wird immer schlimmer. Gegen Bremerhaven kassiert der SERC bereits die 7. Niederlage in Folge in diesem Monat. „Wir kämpfen, wir arbeiten hart, aber die Tore kommen nicht. Ich weiß nicht, warum. Aber wir können nicht warten bis jemand anderes kommt, um Tore zu schießen. Wir müssen sie schießen, wir müssen besser sein“, mahnt Thomas Larkin. Bremerhaven schafft mit dem Sieg den Sprung auf Platz 6. „Wie bei jedem guten Team ist mal ein bisschen der Wurm drin. Wir wussten, wenn wir hart arbeiten und unser Spiel spielen, dass wir das Schiff wieder umdrehen“, erklärt Leon Hungerecker, dem bei seinem 100. DEL-Spiel ein Shutout gelingt.
Straubing ist zurück in der Spur! „Super Leistung, 5 Siege in Folge jetzt. Jetzt genießen wir erstmal Weihnachten und dann zurück zur Arbeit“, bilanziert Doppeltorschütze Stefan Loibl. Für den Tabellenletzten aus Dresden war es bereits die 27. Niederlage im 32. Spiel.
„Ein schönes ‚Weihnachts-Unentschieden'“ zwischen Augsburg und Nürnberg, wie es der Co-Trainer der Ice Tigers Jochen Hecht beschreibt. Seine Mannschaft holt sich in der Overtime den Extrapunkt. Damit liegt Nürnberg nur 4 Punkte hinter den Eisbären Berlin, die auf Platz 7 stehen. „Wenn mir das jemand vor der Saison gesagt hätte, wäre ich zufrieden gewesen. Wir sind zufrieden, wo wir stehen. Wir schauen natürlich weiterhin nach vorne und wollen irgendwann Bremerhaven und Berlin catchen. Das ist unser Ziel, weiterhin so gut zu spielen und Punkte einzufahren“, äußert sich Hecht kämpferisch. Für Augsburg war es die 7. Heimniederlage in Folge.
Die Wolfsburger sind nach dem 3. Sieg aus den letzten 4 Partien wieder im Aufwind. „Gute Teams finden die Möglichkeiten zu gewinnen und das haben wir gemacht“, attestiert Neuzugang Gemel Smith. Iserlohn hingegen verpasst es, sich weiter von Frankfurt abzusetzen. „Wir haben 1-2 Mal unglücklich Strafen gezogen, obwohl sie davor im Powerplay Tore geschossen haben. Das hat uns ein bisschen gekillt. Das sind am Ende Kleinigkeiten“, hadert der neue Roosters-Stürmer Maximilian Eisenmenger.
Weiter geht es in der DEL bereits am 2. Weihnachtsfeiertag! Es wartet eine intensive Phase auf die Teams: In 17 Tagen stehen 9 Spieltage an. Die Ausgangslage dafür könnte vor allem an der Tabellenspitze kaum spannender sein. Zwischen Tabellenführer Mannheim und den fünftplatzierten Straubingern liegen gerade einmal drei Zähler.
Quelle Sky



