Die Stadt Bonn hat das europaweite Vergabeverfahren zur Auswahl eines Totalunternehmers (TU) für den Restabriss und den anschließenden Neubau des Kurfürstenbades erfolgreich abgeschlossen. Der Auftrag geht an die Nesseler Bau GmbH aus Aachen.
Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, 28. Januar 2026, informierten Oberbürgermeister Guido Déus, Sport- und Kulturdezernentin Dr. Birgit Schneider-Bönninger, Sport- und Bäderamtsleiter Stefan Günther, Projektleiter Wolfgang Ziegert sowie Vertreter der Nesseler Gruppe über die Vergabe und den weiteren Projektablauf.
Oberbürgermeister Déus: „Die Vergabe des Totalunternehmerauftrags ist eine sehr gute Nachricht für Bad Godesberg und für Bonn insgesamt. Wir kommen damit einen großen Schritt voran auf dem Weg zu einem modernen und nachhaltigen Kurfürstenbad. Nach einem intensiven Vergabeverfahren haben wir mit der Nesseler Gruppe einen verlässlichen Partner gefunden, der alle weiteren Leistungen aus einer Hand übernimmt. Das schafft Planungssicherheit – und gibt uns Zuversicht, dass wir für Schulen, Vereine und die Menschen im Stadtbezirk bald ein zeitgemäßes Schwimmbad bereitstellen können.“
Mit der Auftragsvergabe kann das Projekt weiter umgesetzt werden. Der Totalunternehmer übernimmt für die Stadt sowohl die vollständigen verbleibenden Rückbauarbeiten als auch sämtliche Leistungen für den Neubau des Hallenbades an der Kurfürstenallee. Dem vormals für den Abriss beauftragten Unternehmen hatte die Stadt 2024 wegen Differenzen gekündigt, diese Arbeiten wurden nun bei der Ausschreibung für den Totalunternehmer mit beauftragt.
Weiterer Projektablauf und Kosten
Die Planungs- und Bauzeit für das neue Kurfürstenbad wird nach aktuellem Stand rund vier Jahre dauern. Der restliche Rückbau und die Erstellung der Baugrube ist bis Ende 2026 avisiert. Anschließend soll in rund einem Jahr der Rohbau erstellt werden. Der technische Ausbau soll rund zwei Jahre dauern mit Erstinbetriebnahme und Einregulierung über einige Monate.
Die Gesamtkosten liegen bei 53,4 Millionen Euro. Gegenüber der Prognose von 2023 (46,5 Mio. Euro) ergibt sich eine Steigerung um rund 15 Prozent. Grund dafür sind die allgemeine Baupreissteigerung, komplexe geotechnische Anforderungen an die Baugrube sowie der TU-Zuschlag. Die Finanzierung erfolgt vollständig aus der Bäderpauschale. Auch der Ausbau, die Lagerung und der spätere Wiedereinbau des Paul‑Magar‑Mosaiks sind darin enthalten.
Moderner Neubau mit deutlich erweitertem Angebot
Das alte Kurfürstenbad ist seit 2016 geschlossen. Das neue Hallenbad, das ganzjährig betrieben werden soll, wird über ein Lehrschwimmbecken, ein Sportschwimmerbecken mit Sprunganlage (Ein-Meter- und Drei-Meter-Brett), ein Kinderbecken, ein Multifunktionsbecken mit Hubboden, einen ca. 330 Quadratmeter großen Saunabereich mit finnischer Sauna, Dampfbad, Infrarot-Sauna, Sauna-Ruheraum und Sauna-Außenbereich, eine Liegewiese sowie Sanitär-, Sozial- und Nebenräume verfügen.
Das Kurfürstenbad wird Wärmepumpen und eine Photovoltaikanlage für die Energieversorgung erhalten. Für den Restenergiebedarf werden ausschließlich regenerativen Energien verwendet. Die komplette Dachfläche soll eine extensive Dachbegrünung bekommen und vollflächig mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet werden. Für alle Glasflächen werden Maßnahmen zum Schutz vor Vogelschlag ergriffen.



