Bonn stärkt den Nahverkehr nach Sperrung der Nordbrücke
Die Bundesstadt Bonn setzt eine weitere wichtige Maßnahme zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs um. Als Reaktion auf die Sperrung der Nordbrücke wird die Kennedybrücke umgebaut, damit Linienbusse künftig die Trasse von Stadt- und Straßenbahnen nutzen können.
Die Bauarbeiten beginnen am Abend des 1. November 2026 und sollen bis spätestens Ende November abgeschlossen sein. Ziel ist es, den Busverkehr zwischen Bonn und Beuel deutlich zuverlässiger und pünktlicher zu gestalten.
Busse sollen künftig schneller über den Rhein fahren
Besonders profitieren wird der Abschnitt zwischen dem Bertha-von-Suttner-Platz auf Bonner Seite und dem Konrad-Adenauer-Platz in Beuel. Dort zählen Verspätungen und Verkehrsbehinderungen seit der Sperrung der Nordbrücke zu den größten Herausforderungen im Berufs- und Pendlerverkehr.
Durch die Mitnutzung der Stadtbahn- und Straßenbahntrasse sollen Linienbusse künftig unabhängig vom übrigen Verkehr flüssiger über die Kennedybrücke fahren können.
Bonns Oberbürgermeister Guido Déus bezeichnet die Maßnahme als wichtigen Schritt zur Sicherung der Mobilität in der Stadt.
Umbau kostet rund 913.000 Euro
Für die Umsetzung der Maßnahme wird die mittlere Verkehrsfläche auf der Kennedybrücke verbreitert. Dazu werden zunächst bestehende Bordsteine und Pflasterstreifen zurückgebaut und anschließend durch asphaltierte Flächen ersetzt.
In einem zweiten Bauabschnitt installiert die Stadt transportable Leitwände. Diese trennen den Bereich des öffentlichen Nahverkehrs künftig vom Individualverkehr.
Durch die baulichen Veränderungen wächst die nutzbare Breite im Gleisbereich von bislang 5,80 Metern auf künftig 7,50 Meter. Dadurch können Linienbusse problemlos aneinander vorbeifahren.
Die Gesamtkosten für den Umbau belaufen sich auf knapp 913.000 Euro.
Bauarbeiten ausschließlich in den Nachtstunden
Um die Auswirkungen auf den Verkehr möglichst gering zu halten, finden sämtliche Arbeiten ausschließlich nachts statt.
Der Bauzeitraum erstreckt sich vom 1. November bis spätestens 29. November 2026. Gearbeitet wird jeweils zwischen 21 Uhr abends und 4 Uhr morgens.
Während dieser Zeiten wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, damit Fahrgäste weiterhin mobil bleiben.
Tagsüber bleiben die Fahrspuren für Autos sowie die Wege für Fußgänger und Radfahrer in beiden Richtungen uneingeschränkt nutzbar.
Anwohner müssen mit Lärmbelastungen rechnen
Die Stadt Bonn informiert Anwohnerinnen und Anwohner rund um die Kennedybrücke mit einem speziellen Informationsschreiben über die bevorstehenden Bauarbeiten.
Da bei den Arbeiten schwere Maschinen wie Fräsen, Walzen und Straßenfertiger eingesetzt werden, kann es zeitweise zu erhöhten Geräuschbelastungen kommen. Allerdings weist das Tiefbauamt darauf hin, dass nicht in jeder Nacht lärmintensive Arbeiten erforderlich sein werden.
Die Stadt bittet die betroffenen Bewohner um Verständnis für die vorübergehenden Einschränkungen.
Kennedybrücke gewinnt nach Nordbrücken-Sperrung weiter an Bedeutung
Seit der Sperrung der Nordbrücke zählt die Bundesstraße 56 mit der Kennedybrücke zu den wichtigsten Verkehrsverbindungen zwischen den Rheinseiten.
Die Strecke führt über den Berliner Platz, die Oxfordstraße, den Bertha-von-Suttner-Platz, die Berliner Freiheit, die Kennedybrücke, den Konrad-Adenauer-Platz und die Sankt Augustiner Straße.
Durch das gestiegene Verkehrsaufkommen wurden bereits verschiedene Maßnahmen beschlossen und umgesetzt, um Staus zu verringern und die Verkehrsabläufe zu verbessern.
Öffentlicher Nahverkehr soll attraktiver werden
Die neue Busspur auf der Kennedybrücke gilt als wichtiger Baustein für die weitere Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs in Bonn.
Insbesondere Pendlerinnen und Pendler sowie die täglich tausenden Fahrgäste der Buslinien sollen künftig von kürzeren Fahrzeiten und einer höheren Pünktlichkeit profitieren.
Mit dem Ausbau reagiert die Stadt nicht nur auf die aktuelle Verkehrsbelastung infolge der Nordbrücken-Sperrung, sondern schafft gleichzeitig langfristige Verbesserungen für den Bonner Nahverkehr.
Maßnahme rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft
Die Fertigstellung der Arbeiten ist noch vor Beginn der besonders verkehrsintensiven Vorweihnachtszeit vorgesehen. Damit sollen zusätzliche Behinderungen während des Weihnachtsgeschäfts vermieden und die Erreichbarkeit der Innenstadt verbessert werden.
Für viele Fahrgäste könnte die Umgestaltung der Kennedybrücke damit bereits in wenigen Wochen spürbare Verbesserungen im täglichen Busverkehr bringen.



