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Bergisch Gladbach: Polizei warnt vor Erpressung mit Nacktbildern – junge Männer berichten von Betrugsmasche
© Radosewic I RheinRuhrAktuell

Bergisch Gladbach: Polizei warnt vor Erpressung mit Nacktbildern – junge Männer berichten von Betrugsmasche


Die Polizei warnt aktuell erneut vor der perfiden Internet-Betrugsmasche„Sextortion“, bei der Täter ihre Opfer mit intimen Bildern oder Videos erpressen. Zwei aktuelle Fälle aus Nordrhein-Westfalen zeigen, wie schnell ein harmloser Online-Kontakt zur gefährlichen Falle werden kann.

Vom Flirt zur Erpressung: So funktioniert Sextortion

Ein 20-jähriger Mann aus Radevormwald wurde kürzlich Opfer dieser Masche. Über eine Social-Media-Plattform lernte er eine ihm unbekannte Frau kennen. Nach anfänglichem Austausch entwickelte sich der Chat in eine intime Richtung – beide schickten sich schließlich Nacktbilder. Doch plötzlich änderte sich das Verhalten der Frau: Sie drohte damit, die Bilder zu veröffentlichen und verlangte Geld für deren Löschung.

In seiner Not ging der junge Mann zunächst auf die Forderung ein. Doch wie in vielen Fällen hörte die Erpressung damit nicht auf – kurze Zeit später kam eine weitere Geldforderung hinzu. Erst danach entschloss sich der 20-Jährige, die Polizei einzuschalten.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich in Gummersbach: Ein 21-jähriger Mann lernte über eine Dating-App eine vermeintliche Frau kennen. Während eines Videoanrufs ließ er sich dazu verleiten, sich nackt zu zeigen. Was er nicht wusste – der Videochat wurde heimlich aufgezeichnet. Anschließend forderte die Täterin einen vierstelligen Betrag und drohte damit, das Material an seine Kontakte weiterzuleiten. Der Mann reagierte richtig, zahlte nicht und erstattete Anzeige.

Sextortion: Eine weit verbreitete Cybercrime-Masche

Der Begriff Sextortion setzt sich aus den englischen Wörtern „Sex“ und „Extortion“ (Erpressung) zusammen. Dabei nutzen Täter intime Fotos oder Videos als Druckmittel, um Geld oder weitere Inhalte zu erpressen.

Typischerweise beginnt die Masche mit einem scheinbar harmlosen Flirt über soziale Netzwerke oder Dating-Apps. Täter bauen gezielt Vertrauen auf und versuchen, ihre Opfer zu intimen Handlungen vor der Kamera oder zum Versand von Nacktbildern zu bewegen. Diese Inhalte werden heimlich aufgezeichnet und später für Erpressungsversuche genutzt.

Die Drohung ist oft dieselbe: Die Bilder oder Videos sollen an Freunde, Familie oder über soziale Netzwerke veröffentlicht werden – ein enormer psychischer Druck für die Betroffenen.

Polizei warnt: Zahlung beendet die Erpressung nicht

Die Polizei betont, dass das Zahlen der geforderten Summen in den meisten Fällen keine Lösung ist. Im Gegenteil: Häufig folgt nach der ersten Zahlung eine weitere Forderung.

Experten gehen zudem davon aus, dass viele Fälle gar nicht angezeigt werden – aus Scham oder Angst. Dadurch bleibt die Dunkelziffer hoch.

So schützen Sie sich vor Sextortion

Die Polizei gibt klare Verhaltensempfehlungen:

  • Keine Nacktbilder oder Videos verschicken – insbesondere an unbekannte Personen
  • Keine Entblößungen in Videochats mit fremden Kontakten
  • Freundschaftsanfragen von Unbekannten kritisch prüfen
  • Persönliche Daten sparsam teilen (z. B. Adresse, Arbeitgeber)
  • Privatsphäre-Einstellungen regelmäßig überprüfen

Was tun im Ernstfall?

Falls Sie Opfer von Sextortion werden, empfiehlt die Polizei:

  • Kein Geld überweisen
  • Kontakt sofort abbrechen
  • Beweise sichern (Screenshots, Chatverläufe)
  • Anzeige bei der Polizei erstatten

Die aktuellen Fälle aus NRW zeigen, wie schnell ein scheinbar harmloser Online-Flirt zur ernsten Bedrohung werden kann. Sextortion ist eine gezielte und oft professionell organisierte Form der Erpressung im Internet, bei der Täter gezielt das Vertrauen ihrer Opfer ausnutzen.

Ein bewusster und vorsichtiger Umgang mit persönlichen Daten und intimen Inhalten im Internet ist der beste Schutz – und im Ernstfall gilt: nicht zahlen, Beweise sichern und zur Polizei gehen.


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