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Münster: Cold Case nach über zehn Jahren – Polizei Münster rollt mysteriösen Todesfall am Dortmund-Ems-Kanal neu auf
© Polizei Münster

Münster: Cold Case nach über zehn Jahren – Polizei Münster rollt mysteriösen Todesfall am Dortmund-Ems-Kanal neu auf


Neue Hoffnung im Fall Suleyman D.: Mordkommission sucht nach über zehn Jahren erneut Zeugen

Mehr als elf Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines 44-jährigen Mannes aus Greven nimmt die Polizei Münster einen der rätselhaftesten ungelösten Kriminalfälle der Region erneut ins Visier. Eine neu eingerichtete Mordkommission hat den Fall als sogenannten Cold Case wieder aufgenommen und setzt dabei auf moderne Ermittlungsmethoden sowie neue Zeugenaussagen.

Die Ermittler hoffen, dass Personen, die bislang geschwiegen haben, nun bereit sind, ihr Wissen mit der Polizei zu teilen und so zur Aufklärung des Falls beizutragen.

Joggerin entdeckt ausgebranntes Auto mit Leiche

Der Fall sorgte bereits im Februar 2015 für großes Aufsehen. Am 18. Februar 2015 entdeckte eine Joggerin am Dortmund-Ems-Kanal in Greven, nahe eines Motocross-Geländes, ein ausgebranntes Fahrzeug.

Im Inneren des Autos fanden Einsatzkräfte menschliche Überreste. Die anschließenden Ermittlungen ergaben, dass es sich bei dem Toten um den damaligen Fahrzeughalter, den 44-jährigen Suleyman D. aus Greven, handelte.

Die Umstände seines Todes gaben den Ermittlern von Beginn an zahlreiche Rätsel auf.

Frühe Festnahmen führten nicht zur Anklage

Kurz nach Beginn der Ermittlungen gerieten zwei Männer aus Lengerich und Münster in den Fokus der Mordkommission.

Damals gingen die Ermittler von einem Raubmord aus. Beide Verdächtigen wurden festgenommen und kamen zunächst in Untersuchungshaft.

Doch bereits im Juni 2015 hob das Oberlandesgericht Hamm die Haftbefehle auf. Das Gericht sah keinen ausreichenden dringenden Tatverdacht, sodass die Männer wieder auf freien Fuß kamen.

Der Fall bei „Aktenzeichen XY“

Die Ermittlungen liefen trotz des Rückschlags weiter. Im Januar 2017 wurde der Fall bundesweit in der ZDF-Fahndungssendung „Aktenzeichen XY“ vorgestellt.

Zahlreiche Zuschauer meldeten sich daraufhin bei der Polizei und gaben Hinweise. Der erhoffte Durchbruch blieb jedoch aus.

Um die Aufklärung voranzutreiben, setzte die Staatsanwaltschaft Münster eine Belohnung von 5.000 Euro für entscheidende Hinweise aus. Diese Belohnung besteht bis heute fort.

Cold-Case-Ermittler übernehmen die Untersuchungen

Im Jahr 2025 wurde die Akte vollständig neu bewertet. Das Polizeipräsidium Münster richtete eine neue Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Stefan Roling ein.

Ziel der Spezialermittler ist es, sämtliche bekannten Informationen unter modernen kriminaltechnischen Gesichtspunkten erneut zu überprüfen.

Insbesondere neue Analyseverfahren und verbesserte Auswertungsmöglichkeiten haben bereits zu neuen Spuren und Erkenntnissen geführt.

Polizei vermutet falsche Aussagen aus dem Jahr 2015

Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass einige Zeugen oder Auskunftspersonen möglicherweise nicht die Wahrheit gesagt haben könnten.

Nach Auffassung der Mordkommission könnten Personen damals bewusst Informationen zurückgehalten oder falsche Angaben gemacht haben. Mögliche strafrechtliche Konsequenzen solcher Falschaussagen wären inzwischen weitgehend verjährt.

Genau darin sehen Polizei und Staatsanwaltschaft nun eine Chance.

Ermittler hoffen auf neue Aussagen

Die Mordkommission setzt darauf, dass Personen aus dem damaligen Umfeld heute bereit sind, offen über ihre damaligen Kenntnisse zu sprechen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass sich nach mehr als einem Jahrzehnt persönliche Beziehungen, Loyalitäten oder Ängste verändert haben könnten. Dadurch erhofft sich die Polizei neue Erkenntnisse zu den letzten Stunden des Opfers.

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Ermittlungen

Aktuell suchen die Ermittler insbesondere Antworten auf drei zentrale Fragen:

  • Wer kann Angaben zum Tod von Suleyman D. machen?
  • Wer hat Informationen über die Aufenthaltsorte des 44-Jährigen am 16. und 17. Februar 2015 (Rosenmontag und Veilchendienstag)?
  • Wer hat zwischen dem 17. Februar 2015, 17 Uhr, und dem 18. Februar 2015, 4 Uhr, im Bereich des Dortmund-Ems-Kanals nahe der Guntruper Straße oder des Motocross-Platzes verdächtige Beobachtungen gemacht?

Moderne Technik bringt neue Ermittlungsansätze

Cold-Case-Verfahren profitieren zunehmend von technischen Fortschritten in der Kriminalistik. Digitale Auswertungsmethoden, moderne Spurentechnik und neue Analyseverfahren ermöglichen heute Untersuchungen, die vor zehn Jahren teilweise noch nicht möglich waren.

Die Polizei Münster sieht deshalb weiterhin realistische Chancen, den Tod von Suleyman D. aufzuklären.

Belohnung von 5.000 Euro weiterhin ausgesetzt

Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ist weiterhin eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.

Zeugen oder Personen mit relevanten Informationen können sich direkt an die Mordkommission wenden.

Polizei bittet um Hinweise

Wer Angaben zum Fall machen kann oder Beobachtungen aus dem relevanten Zeitraum erinnert, wird gebeten, sich bei der Polizei Münster unter der Telefonnummer 0251 / 275-2241 zu melden.

Auch vermeintlich kleine Details könnten nach Einschätzung der Ermittler entscheidend sein.

Mehr als elf Jahre nach dem Tod von Suleyman D. setzt die Polizei Münster erneut auf die Hilfe der Öffentlichkeit. Durch moderne Ermittlungsansätze, neue Spuren und die Hoffnung auf bislang verschwiegene Informationen soll der Cold Case endlich gelöst werden. Die Mordkommission ist überzeugt, dass weiterhin Chancen bestehen, die Hintergründe des Verbrechens aufzuklären und den Fall nach Jahren der Ungewissheit zu lösen.


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