Glück auf und Hömma – Wat is eigentlich kaputt bei euch?
Selfie am Sarg – Respekt aufm Abstellgleis: Ein Tag, der zeigt, wie leer manche Köpfe sind
Hömma, ihr Event-Gaffer, Klickjäger und Empathie-Verweigerer mit Handygriff wie’n Presslufthammer: Setzt euch ma kurz hin. Nicht weil ich nett bin – sondern weil ihr offensichtlich nich mehr merkt, wann Schluss is mit lustig.
Hier melden sich, geschniegelt und angefressen, eure Buddel-Blitz-Reporter:
Harry, dat Buddel-Influencer-Erdmännchen, der sonst jeden Mist in Content verwandelt, aber heute selbst Schluckauf kriegt vor Wut.
Und Hilde, die Schaufelschnepfe mit Presseausweis, die schon viel gesehen hat – aber bei manchen Bildern am liebsten den Ausweis als Pflasterstein benutzen würd. Journalistisch, versteht sich.
Normalerweise würd Harry jetzt sagen: „Leute, abonniert, liket, kommentiert – wir buddeln uns durch den Alltag!“
Heute sagt er: „Ich hab keinen Bock auf Reichweite, wenn dat bedeutet, dass Menschen ihre Würde verlieren wie Kleingeld aus der Hosentasche.“
Und damit sind wir beim Thema: Einige Leute haben offenbar nicht verstanden, wat Respekt überhaupt is. Da liegt ein toter Mensch – Timmy – und was machen manche? Zücken dat Handy, setzen dat Grinsen auf, schieben sich in Szene wie im Freizeitpark und knipsen Selfies. Als wär dat ne Kulisse. Als wär dat ne Attraktion. Als wär der Tod nur’n Hintergrundfilter.
Hömma. Dat is nicht nur daneben. Dat is menschlich komplett verarmt.
Wat stimmt denn nich mit euch? Der Respekt is doch keine App!
Hilde steht da, guckt sich dat an und fragt ganz trocken:
„Sacht ma… habt ihr euch die Gefühle irgendwo ausgebaut, damit mehr Speicher fürs Handy frei bleibt?“
Weil genau so wirkt dat. Manche benehmen sich, als wär die Welt nur noch ein Schaufenster, in dem sie selbst die einzige Ware sind. Hauptsache Gesicht im Bild. Hauptsache Aufmerksamkeit. Hauptsache irgendein kranker Moment wird zum Content.
Dat Schlimme: Dat is nich mal Dummheit allein. Dat is Dummheit mit Ego-Antrieb. Die Sorte Mensch, die bei ‘nem Brand fragt, ob die Flammen auch „gut fürs Story-Licht“ sind. Die Sorte, die bei Trauer denkt: „Boah, dat gibt bestimmt Reichweite.“
Harry, der sonst aus ’nem Maulwurfshügel ’ne Reportage macht, kriegt plötzlich Prinzipien:
„Hömma, ich leb von Aufmerksamkeit. Aber es gibt Grenzen. Wenn dat Herz auf Null steht und der Anstand gleich mit, dann is dat kein Influencen – dat is Verwahrlosung in HD.“
„Wie doof und ohne Emotionen kann man sein?“ – Antwort: Ja.
Manche tun hinterher so, als wär dat Missverständnis:
„War doch nicht böse gemeint.“
„Ich wollt nur erinnern.“
„Ich wollt nur zeigen, dass ich da war.“
Da warste also. Herzlichen Glückwunsch. Du warst da. Am falschen Ort mit der falschen Idee und dem moralischen Kompass ausm Kaugummiautomaten. Dat is keine Erinnerungskultur. Dat is Selbstdarstellung auf Kosten von jemandem, der sich nich mehr wehren kann.
Hilde sagt:
„Erinnern tut man im Kopf und im Herzen. Nicht mit Duckface und Blitzlicht.“
Und genau da liegt der Skandal: Da is ein Mensch gestorben. Und manche reagieren wie bei ’nem Promi-Auflauf: „Ich war dabei.“
Als ob der Tod ’ne VIP-Lounge hätte.
Respekt heißt: Klappe halten, Abstand halten, Mensch bleiben
Respekt is nich kompliziert. Respekt is sogar dat Einfachste von der Welt, wenn man nich komplett verlernt hat, dass andere Menschen keine Requisiten sind.
Respekt heißt:
- Nicht alles filmen.
- Nicht alles posten.
- Nicht alles zu dir machen.
- Und vor allem: Den Hinterbliebenen nicht noch extra ins Gesicht treten – mit Likes als Schuhsohle.
Harry wird ungewohnt deutlich:
„Wenn du am Tod vorbeigehst und denkst zuerst an deine Kamera – dann hast du dat Leben nicht verstanden.“
Hilde nickt:
„Und wenn du dann noch grinst, als wär’s ’ne Schützenfestbude – dann fehlt dir nicht nur Respekt. Dann fehlt dir ein Stück Mensch.“
Buddel-Blitz Forderung: Anstandspflicht statt Handyreflex
Manchmal wünschte man sich wirklich, es gäb für manche Leute ’ne Art TÜV. Nicht fürs Auto – fürs Benehmen. Einmal im Jahr: „Gefühl noch vorhanden? Respekt-Bremse funktionsfähig? Schamgrenze dicht?“
Wenn nicht: Stilllegung. Handy abgeben. Sozialführerschein nachmachen.
Und ja, Schmerzensgeld? Moralisch auf jeden Fall. Nicht für die Selfie-Macher, sondern für die, die das sehen müssen. Für Freunde, Familie, Menschen, die trauern – und dann erleben, dass die Würde eines Verstorbenen als Kulisse missbraucht wird.
Schlusswort aus’m Pütt
Hömma, dat hier is keine Predigt. Dat is ’ne Notbremse. Wenn ihr euch bei sowas ertappt – oder jemanden seht, der so tickt – dann sagt was. Nicht höflich rumdrucksen. Klartext. Weil Schweigen macht’s salonfähig.
Und wenn ihr Themen habt, die Harry und Hilde aufgreifen sollen: harry@buddelblitznews.de
Buddelblitz News wir graben tiefer, damit Sie den Überblick behalten



