Spektakuläre Flucht beginnt am Borsigplatz
Eine gefährliche Verfolgungsfahrt durch Dortmund und bis nach Lünen hat am Mittwochmorgen für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Am Ende der spektakulären Fluchtbilanz stehen drei verletzte Polizeibeamte, ein erheblich beschädigtes gestohlenes Fahrzeug und zahlreiche Strafanzeigen gegen einen 45-jährigen Dortmunder.
Die Ereignisse nahmen gegen 8:15 Uhr im Bereich des Borsigplatzes ihren Anfang. Zivile Polizeibeamte bemerkten dort einen Peugeot, der ohne Kennzeichen unterwegs war. Als die Beamten das Fahrzeug kontrollieren wollten, reagierte der Fahrer nicht auf die Anhaltezeichen und trat stattdessen das Gaspedal durch.
Fahrer flüchtet mit hoher Geschwindigkeit durch Dortmund
Nach dem Fluchtbeginn steuerte der Fahrer den Peugeot zunächst über die Brackeler Straße. Im Bereich des Kreuzes Dortmund-Mitte kam es bereits zum ersten Unfall. Der Flüchtige kollidierte mit einer Schutzplanke und beschädigte sein Fahrzeug erheblich.
Trotz des Unfalls setzte der Mann seine Fahrt fort und beschleunigte das Fahrzeug auf Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h. Damit gefährdete er nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer erheblich.
Beschädigter Wagen fährt auf der Felge weiter
Die Verfolgungsfahrt führte anschließend über die B236 in Richtung Lünen. Trotz der erheblichen Beschädigungen am Fahrzeug versuchte der Fahrer weiterhin, sich dem Zugriff der Polizei zu entziehen.
Am Ausbauende der Bundesstraße wollte der Mann mit etwa 80 km/h nach rechts in Richtung Lünen abbiegen. Zu diesem Zeitpunkt fuhr der Peugeot bereits vorne links auf der Felge. Aufgrund der deutlich überhöhten Geschwindigkeit verlor der Fahrer schließlich die Kontrolle über das Fahrzeug.
Flucht endet in einem Feld bei Lünen
Der Peugeot raste über eine Verkehrsinsel hinweg und kam erst in einem angrenzenden Feld zum Stillstand. Dort blieb das Fahrzeug im unwegsamen Gelände stecken.
Doch selbst danach gab der Fahrer nicht auf. Er verließ den Wagen und versuchte, zu Fuß über das Feld zu flüchten. Die eingesetzten Polizeikräfte konnten ihn jedoch nach kurzer Verfolgung einholen und festnehmen.
Festnahme eskaliert: Beamte beißen und verletzen
Bei seiner Festnahme leistete der 45-Jährige erheblichen Widerstand. Nach Angaben der Polizei biss er zwei Beamte in die Hand beziehungsweise in einen Finger.
Die beiden Polizisten erlitten leichte Verletzungen, konnten ihren Dienst jedoch fortsetzen. Ein weiterer Beamter verletzte sich während des Einsatzes an einem Zaun an der Wade. Für ihn war der Einsatz beendet, sodass er seinen Dienst nicht weiter fortsetzen konnte.
Drogenvortest schlägt auf Kokain an
Im Rahmen der weiteren Maßnahmen führten die Beamten einen Drogenvortest bei dem Tatverdächtigen durch. Dieser verlief positiv auf Kokain.
Daraufhin ordnete die Polizei die Entnahme einer Blutprobe an. Die Ergebnisse sollen nun Aufschluss darüber geben, ob der Mann während der Fluchtfahrt unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand.
Gestohlener Peugeot zur Fahndung ausgeschrieben
Die Ermittlungen ergaben schnell einen weiteren schwerwiegenden Umstand. Bei dem Peugeot handelte es sich um ein gestohlenes Fahrzeug, das bereits zur Fahndung ausgeschrieben war.
Die Polizei stellte den Wagen sicher und leitete umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen ein. Auch die genauen Umstände des Fahrzeugdiebstahls werden nun untersucht.
Streifenwagen bleibt im Feld stecken
Nicht nur der flüchtige Peugeot blieb im Gelände stecken. Im Rahmen der Verfolgungsmaßnahmen fuhr sich auch ein Streifenwagen im Feld fest.
Das Polizeifahrzeug musste anschließend abgeschleppt werden. Die Einsatzmaßnahmen wurden dadurch jedoch nicht beeinträchtigt.
Zahlreiche Strafverfahren gegen den 45-Jährigen
Auf den Dortmunder kommen nun mehrere Strafverfahren zu. Die Ermittler werfen ihm unter anderem Straßenverkehrsgefährdung, das unerlaubte Entfernen vom Unfallort, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie einen tätlichen Angriff auf Polizeibeamte vor.
Darüber hinaus steht der Verdacht eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens gemäß § 315d Strafgesetzbuch im Raum. Aufgrund seines Fahrverhaltens und der riskanten Flucht könnte dieser Tatbestand erfüllt sein.
Einweisung in psychiatrische Einrichtung
Nach Rücksprache mit dem zuständigen Ordnungsamt wurde der 45-Jährige nicht in Gewahrsam belassen, sondern in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen.
Die Hintergründe dieser Entscheidung wurden von den Behörden nicht näher erläutert. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zu den verschiedenen Vorwürfen dauern weiterhin an.



