Polizei stellt mehrere Tatverdächtige nach Graffiti-Serie in Dortmund
Die Dortmunder Polizei hat innerhalb weniger Stunden mehrere junge Tatverdächtige im Zusammenhang mit Graffiti-Straftaten festgestellt. Besonders brisant: Bei den Ermittlungen stießen die Beamten auf ein gesprühtes Hakenkreuz sowie weitere rechtsradikale Symbole. Der Staatsschutz wurde eingeschaltet und prüft nun mögliche Zusammenhänge zwischen den Taten.
Die Vorfälle ereigneten sich am Samstagnachmittag und in der Nacht zum 1. November an verschiedenen Orten im Dortmunder Stadtgebiet.
Zeuge meldet Graffiti-Sprayer auf Garagenhof in Dortmund
Am Samstagnachmittag bemerkte ein aufmerksamer Zeuge mehrere Jugendliche auf einem Garagenhof an der Siegburgstraße in Dortmund und informierte die Polizei. Die alarmierten Einsatzkräfte trafen vor Ort auf drei Dortmunder im Alter von 13, 14 und 15 Jahren.
Den bisherigen Ermittlungen zufolge hatten die Jugendlichen dort verschiedene Graffitis angebracht. Unter den Schmierereien befand sich auch ein Hakenkreuz. Das verfassungswidrige Symbol wurde nach der Tat unkenntlich gemacht.
Pfefferspray und Messer bei Jugendlichen sichergestellt
Bei der anschließenden Kontrolle durchsuchten die Polizeibeamten die mitgeführten Rucksäcke der Jugendlichen. Dabei stellten sie neben den Graffiti-Utensilien auch ein Pfefferspray sowie ein Messer sicher.
Beide Gegenstände wurden von den Einsatzkräften beschlagnahmt. Nach Rücksprache mit den Erziehungsberechtigten wurden die drei Tatverdächtigen einer erkennungsdienstlichen Behandlung unterzogen.
Weitere rechtsextreme Schmierereien auf Basketballplatz entdeckt
Während der Ermittlungen erhielten die Beamten Hinweise auf weitere Farbschmierereien in unmittelbarer Nähe des ersten Tatortes. Auf einem Basketballplatz an der Friedrich-Naumann-Straße fanden die Einsatzkräfte zusätzliche Graffitis mit rechtsradikalen Symbolen.
Aufgrund des politischen Hintergrundes wurde der Staatsschutz informiert. Die Spezialermittler prüfen nun, ob zwischen den verschiedenen Schmierereien ein direkter Zusammenhang besteht und ob dieselben Tatverdächtigen für beide Vorfälle verantwortlich sein könnten.
Neue Ermittlungsansätze durch Vernehmung der Jugendlichen
Im Verlauf der Vernehmungen ergaben sich zudem Hinweise auf eine weitere mutmaßliche Straftat, die bereits am 15. Oktober 2026 begangen worden sein soll.
Auch hierzu hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Weitere Details zu diesem Verfahren wurden bislang nicht veröffentlicht.
Nächster Graffiti-Einsatz nur wenige Stunden später
Kaum waren die ersten Maßnahmen abgeschlossen und die Jugendlichen ihren Erziehungsberechtigten übergeben worden, wurde die Polizei erneut zu einem Graffiti-Fall gerufen.
Gegen 1 Uhr am frühen Sonntagmorgen meldete ein Zeuge über den Notruf eine Person, die an der Unterführung der S-Bahnhaltestelle Dortmund-Körne ein großflächiges Graffiti anbrachte.
16-Jähriger nach frischer Graffiti-Aktion gestellt
Die eingesetzten Polizeikräfte konnten im unmittelbaren Umfeld der Unterführung einen 16-jährigen Dortmunder antreffen. Bereits bei der ersten Kontrolle bemerkten die Beamten frische Farbanhaftungen an seiner Kleidung sowie an mehreren Körperstellen.
Bei der Überprüfung des Tatortes fanden die Einsatzkräfte ein erst kurz zuvor gesprühtes Graffiti mit einer Größe von etwa 2,5 mal 8 Metern.
Farbspuren belasten Tatverdächtigen
Nach Angaben der Polizei stimmten die Farbanhaftungen am Körper und an der Kleidung des 16-Jährigen mit den verwendeten Farben des Graffitis überein.
Auch gegen ihn wurden entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nach Zustimmung seiner Erziehungsberechtigten wurde der Jugendliche ebenfalls erkennungsdienstlich behandelt.
Nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen konnte er in die Obhut seiner Erziehungsberechtigten übergeben werden.
Staatsschutz prüft Hintergründe der rechtsextremen Schmierereien
Die Ermittlungen zu den Graffiti-Taten dauern weiterhin an. Insbesondere die Verwendung von Hakenkreuzen und weiteren rechtsextremen Symbolen macht die Einschaltung des Staatsschutzes erforderlich.
Die Behörden untersuchen derzeit, ob hinter den Schmierereien eine politische Motivation steckt und ob weitere Personen an den Taten beteiligt waren. Zudem wird geprüft, ob Verbindungen zu weiteren Sachbeschädigungen im Dortmunder Stadtgebiet bestehen.



