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Kerzenschein ohne Reue: So genießen Sie gemütliche Abende ohne Schadstoffe und Gesundheitsrisiken
© VZ NRW/adpic

Kerzenschein ohne Reue: So genießen Sie gemütliche Abende ohne Schadstoffe und Gesundheitsrisiken


Verbraucherzentrale NRW gibt wichtige Tipps für die Kerzenzeit

Wenn die Tage kürzer und die Abende länger werden, sorgen Kerzen in vielen Haushalten für eine gemütliche Atmosphäre. Doch so romantisch das flackernde Licht auch wirkt, beim Abbrennen können verschiedene Schadstoffe freigesetzt werden, die die Raumluft belasten. Besonders Duftkerzen stehen dabei zunehmend in der Kritik.

Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt daher, einige wichtige Hinweise zu beachten, um die Belastung möglichst gering zu halten und gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

Ruß und Schadstoffe entstehen oft durch falsche Nutzung

Ein häufiger Fehler beim Abbrennen von Kerzen ist ein ungeeigneter Standort. Stehen Kerzen in Zugluft, beginnt die Flamme zu flackern und produziert deutlich mehr Ruß.

Mit dem Ruß werden gleichzeitig weitere Schadstoffe freigesetzt, darunter Formaldehyd, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Stickstoffoxide.

Für eine möglichst saubere Verbrennung sollten Kerzen deshalb immer an einem windgeschützten Ort stehen.

Kürzerer Docht sorgt für weniger Rauch

Ein einfacher Trick für sauberes Abbrennen ist das regelmäßige Kürzen des Dochtes. Vor dem Anzünden sollte dieser auf etwa einen Zentimeter Länge gekürzt werden.

Dadurch brennt die Flamme ruhiger und es entstehen weniger Rauch und Schadstoffe.

Bei größeren Kerzen mit mehr als vier Zentimetern Durchmesser empfiehlt es sich außerdem, den entstandenen Wachsrand regelmäßig auf ein bis zwei Zentimeter zurückzuschneiden.

Kerzen richtig löschen

Auch beim Löschen können Schadstoffe entstehen. Statt die Flamme auszublasen, empfehlen Experten die Verwendung eines Kerzenlöschers.

Alternativ kann der Docht kurz in das flüssige Wachs getaucht und anschließend wieder aufgerichtet werden. Dadurch wird verhindert, dass die Kerze nach dem Erlöschen noch lange qualmt.

Nach dem Kerzenabend gut lüften

Nach dem Abbrennen von Kerzen sollte die Wohnung gründlich gelüftet werden. So werden Rußpartikel und Verbrennungsrückstände effektiv aus der Raumluft entfernt.

Besonders in kleineren oder schlecht belüfteten Räumen ist regelmäßiges Lüften wichtig.

Duftkerzen können Allergien und Beschwerden auslösen

Vor allem in der Herbst- und Weihnachtszeit erfreuen sich Duftkerzen großer Beliebtheit. Düfte wie Apfel-Zimt, Pumpkin Spice oder Lebkuchen gehören für viele Menschen zur kalten Jahreszeit dazu.

Doch die enthaltenen Duftstoffe können gesundheitliche Probleme verursachen.

Mögliche Folgen sind:

  • Allergische Reaktionen
  • Kopfschmerzen
  • Reizungen der Atemwege
  • Unwohlsein bei empfindlichen Personen

Besonders empfindlich reagieren häufig Schwangere, Babys und Kinder.

Problematisch für Haustiere

Für Haustierhalter gibt es einen weiteren wichtigen Punkt.

Viele Duftkerzen enthalten ätherische Öle wie:

  • Teebaumöl
  • Eukalyptusöl
  • Pfefferminzöl
  • Zimtöl
  • Zitrusöle

Diese Stoffe können insbesondere für Katzen und Hunde problematisch sein, da deren Organismus bestimmte Inhaltsstoffe nur schwer abbauen kann.

Bei Ziervögeln besser auf Kerzen verzichten

Besonders empfindlich reagieren Ziervögel auf Luftverunreinigungen aller Art.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt daher, in Räumen mit Ziervögeln grundsätzlich keine Kerzen abzubrennen.

Dekorative Kerzen können zusätzliche Schadstoffe freisetzen

Kerzen mit Glitzer, Lackierungen, künstlichem Schnee oder pflanzlichen Dekorationselementen wirken zwar dekorativ, können jedoch zusätzliche Verbrennungsprodukte erzeugen.

Diese Stoffe belasten die Raumluft zusätzlich.

Wer Wert auf eine möglichst schadstoffarme Nutzung legt, sollte deshalb eher schlichte Kerzen verwenden und diese beispielsweise mit dekorativen Kerzengläsern oder Untersetzern in Szene setzen.

Unterschiede bei den Wachsarten

Viele Verbraucher wissen nicht, aus welchem Material ihre Kerzen bestehen.

Paraffin bleibt am weitesten verbreitet

Die meisten Kerzen bestehen aus Paraffin, einem Nebenprodukt der Erdölverarbeitung.

Stearinkerzen brennen oft länger

Stearinkerzen werden aus pflanzlichen oder tierischen Fetten hergestellt. Sie zeichnen sich häufig durch eine längere Brenndauer, höhere Stabilität und teilweise geringere Rußentwicklung aus.

Allerdings wird für ihre Herstellung nicht selten Palmöl verwendet, dessen Anbau ökologisch umstritten ist.

Bienenwachs gilt als natürliche Alternative

Bienenwachskerzen werden von vielen Verbrauchern als besonders natürliche Alternative geschätzt.

Ein typisches Erkennungsmerkmal ist der weiße Belag auf der Oberfläche. Umweltbewusste Käufer sollten nach Möglichkeit auf Produkte aus regionalen Imkereien achten.

„Bio“ bedeutet nicht automatisch nachhaltiger

Der Begriff „Bio“ auf Kerzen sorgt häufig für Missverständnisse.

Er bedeutet oftmals lediglich, dass das verwendete Wachs aus nachwachsenden Rohstoffen wie Soja hergestellt wurde. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch schließen, dass die Rohstoffe aus ökologischem Anbau stammen.

Kerzenreste müssen nicht im Müll landen

Auch beim Thema Nachhaltigkeit können Verbraucher aktiv werden. Kerzenstummel und Wachsreste lassen sich hervorragend wiederverwenden.

Mit etwas Geschick können daraus neue Kerzen gegossen werden. Alternativ nehmen viele Unverpackt-Läden oder spezielle Kerzenmanufakturen Wachsreste entgegen und führen sie dem Recycling zu.

Teelichter richtig entsorgen

Aluminiumhüllen von Teelichtern gehören in den Gelben Sack oder die Wertstofftonne und können recycelt werden.

Noch umweltfreundlicher sind Teelichter ohne Aluminium oder wiederverwendbare Teelichthalter aus Glas.

Bewusster Umgang sorgt für gesunden Kerzengenuss

Wer auf hochwertige Kerzen, eine ruhige Flamme, regelmäßiges Lüften und den Verzicht auf stark beduftete oder dekorierte Produkte achtet, kann die gemütliche Atmosphäre von Kerzen deutlich gesünder genießen.

Mit wenigen einfachen Maßnahmen lässt sich die Luftqualität in Innenräumen verbessern und gleichzeitig ein Beitrag zum Umwelt- und Gesundheitsschutz leisten.


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