Ermittler schlagen bundesweit und europaweit gegen kriminelle Netzwerke zu
Den Strafverfolgungsbehörden ist am 30. September ein bedeutender Schlag gegen die Organisierte Kriminalität gelungen. Unter Leitung der Staatsanwaltschaft Duisburg führten die Polizei Duisburg und das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität eine großangelegte Razzia mit internationalen Bezügen durch.
Im Fokus der Ermittlungen stehen insgesamt 71 Beschuldigte, darunter mutmaßliche Verantwortliche eines europaweit agierenden Geldwäschenetzwerks sowie hochrangige Mitglieder einer Rockergruppierung. Den Tatverdächtigen werden zahlreiche schwerwiegende Straftaten vorgeworfen.
Vorwürfe reichen von Geldwäsche bis Menschenraub
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden wird unter anderem wegen folgender Delikte ermittelt:
- Bildung einer kriminellen Vereinigung
- erpresserischer Menschenraub
- räuberische Erpressung
- banden- und gewerbsmäßiger Betrug
- gewerbsmäßige Geldwäsche
- Waffendelikte
- Körperverletzung
- Steuerhinterziehung
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Verdächtigen über Jahre hinweg in umfangreiche kriminelle Strukturen eingebunden waren.
14 Haftbefehle und mehr als 140 Durchsuchungen
Im Rahmen des Großeinsatzes konnten insgesamt 14 Haftbefehle vollstreckt werden. Die Maßnahmen richteten sich nach Angaben der Behörden auch gegen führende Mitglieder einer Rockergruppierung.
Darüber hinaus wurden mehr als 140 Durchsuchungsbeschlüsse umgesetzt. Die Einsatzorte verteilten sich über mehrere Bundesländer sowie verschiedene europäische Staaten.
Razzia in mehreren Bundesländern und im europäischen Ausland
Der Einsatz fand zeitgleich in:
- Nordrhein-Westfalen
- Baden-Württemberg
- Bayern
- Berlin
- Rheinland-Pfalz
sowie im Ausland statt:
- Belgien
- Bulgarien
- Niederlande
Die Ermittlungen basieren auf jahrelanger Ermittlungsarbeit und einer monatelangen Vorbereitung der Einsatzmaßnahmen.
Millionenwerte beschlagnahmt
Neben den Festnahmen sicherten die Ermittler umfangreiche Vermögenswerte.
Beschlagnahmt wurden unter anderem:
- Grundstücke
- Konten
- Geschäftsanteile
- hochwertige Fahrzeuge
- Luxusgüter
Darüber hinaus stellten die Einsatzkräfte eine mindestens vierstellige Anzahl von Beweisstücken sicher. Die Auswertung dieser Asservate wird die Ermittlungsbehörden voraussichtlich noch längere Zeit beschäftigen.
Mehr als 1.700 Einsatzkräfte beteiligt
An der Großrazzia waren über 1.700 Einsatzkräfte beteiligt.
Zum Einsatz kamen unter anderem:
- Polizeikräfte mehrerer Bundesländer
- Finanzermittler
- Kräfte des Bundes
- Spezialeinheiten
- Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten
- IT-Experten
- mehr als 50 Spürhunde
Der Einsatz zählt damit zu den größten koordinierten Maßnahmen gegen Organisierte Kriminalität der vergangenen Jahre in Nordrhein-Westfalen.
Alle festgenommenen Verdächtigen in Untersuchungshaft
Sämtliche festgenommenen Beschuldigten wurden inzwischen einem Haftrichter am Amtsgericht Duisburg vorgeführt.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden befinden sich alle Festgenommenen mittlerweile in Untersuchungshaft.
Justizminister spricht von Null-Toleranz-Kurs
Nordrhein-Westfalens Justizminister Dr. Benjamin Limbach betonte die Entschlossenheit der Behörden im Kampf gegen Organisierte Kriminalität.
Nach seinen Worten versteckten sich hinter scheinbar legalen Geschäftsstrukturen häufig Gewalt, Einschüchterung und Betrug. Daher sei es entscheidend, den Tätern nicht nur ihre Freiheit zu nehmen, sondern auch die finanziellen Grundlagen ihrer kriminellen Aktivitäten zu entziehen.
Innenminister Reul lobt europaweite Zusammenarbeit
Auch NRW-Innenminister Herbert Reul bezeichnete die Aktion als einen europaweiten Schlag gegen ein Netzwerk aus Rockerkriminalität, Gewalt und Geldwäsche.
Er hob insbesondere die intensive Ermittlungsarbeit hervor, die letztlich zur Aufdeckung der Strukturen geführt habe.
Polizei richtet Hinweistelefon ein
Die Polizei Duisburg bittet mögliche Geschädigte sowie Personen mit relevanten Informationen um Unterstützung.
Für Hinweise wurde ein eigenes Hinweistelefon eingerichtet:
0203 / 280-3333
Die Ermittler interessieren sich insbesondere für Personen, die möglicherweise Opfer der Gruppierung geworden sind oder bislang keinen Kontakt zu den Strafverfolgungsbehörden aufgenommen haben.
Ermittlungen dauern weiterhin an
Trotz der umfangreichen Durchsuchungen und Festnahmen ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Die Auswertung der zahlreichen Beweismittel sowie die weiteren Ermittlungen zu den mutmaßlichen Strukturen und Geldflüssen dauern an.
Die Behörden sprechen bereits jetzt von einem der bedeutendsten Schläge gegen die Organisierte Kriminalität in Nordrhein-Westfalen der vergangenen Jahre.



