Gewalt-Eskalation nach Abpfiff überschattet Kreisliga-Partie
Ein Fußballspiel der Kreisliga C in Dortmund ist am Sonntagnachmittag (06.09.) in einer schweren Gewalt-Eskalation geendet. Nach der Begegnung zwischen dem Ugarit FC und dem MSV Dortmund kam es zu einer massiven Auseinandersetzung, an der sowohl Spieler als auch Zuschauer beteiligt waren. Drei Personen wurden verletzt, darunter ein Spieler, der durch einen Messerstich schwer verletzt wurde. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und bittet dringend um Zeugenhinweise.
Bereits während des Spiels kam es zu Provokationen
Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler hatte sich die Situation bereits während der Begegnung zunehmend aufgeheizt. Zwischen Spielern und Zuschauern soll es immer wieder zu gegenseitigen verbalen Provokationen gekommen sein. Als Hintergrund der Spannungen werden private Streitigkeiten vermutet, die sich offenbar auf das Fußballspiel übertragen hatten.
Die angespannte Atmosphäre auf und neben dem Platz entwickelte sich im Verlauf der Partie weiter und mündete schließlich nach dem Schlusspfiff in gewalttätige Szenen.
Streit an der Seitenlinie löst Gewaltexzess aus
Gegen 15:10 Uhr eskalierte die Situation unmittelbar nach Spielende an der Seitenlinie. Dort gerieten ein Zuschauer und ein 42-jähriger Spieler der Heimmannschaft in einen Streit.
Nach bisherigen Ermittlungen griff der Zuschauer plötzlich zu einem Metallstuhl und schlug damit auf den Kopf des Spielers ein. Der Angriff markierte den Beginn einer Kettenreaktion, die innerhalb weniger Augenblicke zahlreiche weitere Personen auf den Plan rief.
Rund 30 Personen geraten auf dem Spielfeld aneinander
Nach dem ersten Angriff liefen Zuschauer beider Mannschaften auf das Spielfeld. Im Bereich des Mittelkreises trafen schließlich etwa 30 Personen aufeinander. Unter den Beteiligten befanden sich sowohl Spieler als auch Zuschauer.
Die Situation entwickelte sich zu einer unübersichtlichen Massenschlägerei. Mehrere Beteiligte gingen körperlich aufeinander los, wodurch die Lage zunehmend außer Kontrolle geriet.
Weiterer Stuhl-Angriff gegen Spieler der Heimmannschaft
Im Verlauf der Auseinandersetzung kam es zu einem weiteren schweren Angriff mit dem bereits eingesetzten Metallstuhl.
Ein 41-jähriger Dortmunder und Spieler der Gastmannschaft soll einem 23-jährigen Spieler der Heimmannschaft den Stuhl gegen den Kopf geschlagen haben. Auch dieser Verletzte musste später medizinisch versorgt werden.
Die Ermittler prüfen derzeit die genauen Abläufe und die Verantwortlichkeiten der einzelnen Beteiligten.
Messerstich verletzt Spieler schwer am Rücken
Besonders dramatisch wurde die Situation, als ein 38-jähriger Spieler der Gastmannschaft durch einen Messerstich in den Rücken schwer verletzt wurde.
Der mutmaßliche Täter konnte noch vor dem Eintreffen der Polizei vom Sportgelände flüchten. Trotz sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen blieb die Suche bislang ohne Erfolg.
Der schwer verletzte Spieler wurde ebenso wie die beiden weiteren Verletzten durch den Rettungsdienst versorgt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht.
Großaufgebot der Polizei beendet die Auseinandersetzung
Die Polizei rückte mit starken Kräften zur Sportanlage aus und konnte die Eskalation schließlich unter Kontrolle bringen. Während des Einsatzes wurden zahlreiche Platzverweise ausgesprochen, um weitere Konflikte zu verhindern.
Die Ermittler sicherten zudem den verwendeten Klappstuhl als mögliches Beweismittel für das eingeleitete Strafverfahren.
Polizei veröffentlicht Täterbeschreibungen
Da sowohl der Stuhl-Angreifer als auch der mutmaßliche Messerstecher flüchtig sind, hat die Polizei Personenbeschreibungen veröffentlicht.
Tatverdächtiger nach Stuhl-Angriff
- Männlich
- Etwa 25 bis 30 Jahre alt
- Circa 175 bis 180 Zentimeter groß
- Normale Statur
- Kurze schwarze Haare
- Kurzer schwarzer Bart
- Silbernes T-Shirt
- Kurze Sporthose
Tatverdächtiger nach Messerangriff
- Männlich
- Etwa 18 Jahre alt
- Circa 165 bis 170 Zentimeter groß
- Schwarze lockige Haare
- Blauer Ralph-Lauren-Pullover
- Blaue Jeanshose
Kriminalpolizei bittet um Fotos, Videos und Zeugenaussagen
Die weiteren Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Polizei sucht Zeugen, die die Auseinandersetzung beobachtet haben oder Hinweise auf die Identität der Tatverdächtigen geben können.
Besonders wichtig sind für die Ermittler mögliche Foto- und Videoaufnahmen, die während oder nach dem Vorfall entstanden sein könnten. Hinweise nimmt die Kriminalwache Dortmund unter der Telefonnummer 0231/132-7441 entgegen.
Kein Zusammenhang mit „Fußballturnier der Religionen“
Die Polizei stellt ausdrücklich klar, dass die gewalttätigen Vorfälle nicht im Zusammenhang mit der parallel stattfindenden Veranstaltung „Fußballturnier der Religionen“ im Hoeschpark stehen.
An dem Turnier nahmen rund 200 Menschen teil. Die Veranstaltung verlief nach Angaben der Polizei friedlich und ohne besondere Vorkommnisse.
Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung dauern an
Während die Polizei die Hintergründe der Eskalation detailliert untersucht, steht fest, dass aus einem Fußballspiel innerhalb weniger Minuten eine schwere Gewalttat mit mehreren Verletzten geworden ist. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die Identifizierung der flüchtigen Tatverdächtigen sowie die genaue Rekonstruktion des Geschehens.
Der Vorfall sorgt weit über den Amateurfußball hinaus für Aufsehen und wirft erneut Fragen zur Sicherheit bei Fußballspielen im unteren Ligabereich auf.



