Ein aufwendiger Polizei- und Feuerwehreinsatz hat am Montagabend (6. Juli) die Dortmunder Innenstadt beschäftigt. Drei junge Frauen hielten sich über mehrere Stunden auf dem Dach des sogenannten Kronenturms auf und konnten erst kurz nach Mitternacht dazu bewegt werden, das Gebäude zu verlassen.
Polizei geht zunächst von möglicher Gefahr für die Frauen aus
Nach bisherigen Erkenntnissen kletterten gegen 18:30 Uhr drei Personen auf das Dach des Hochhauses in der östlichen Innenstadt. Dabei handelte es sich um eine 19-Jährige aus Lippstadt sowie zwei Jugendliche im Alter von 16 und 13 Jahren aus Hamm.
Aufgrund konkreter Hinweise mussten die Einsatzkräfte zunächst auch von möglichen suizidalen Absichten ausgehen. Zudem waren die Personen teilweise maskiert und standen nach Angaben der Polizei unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln.
Steine vom Dach geworfen
Während des Einsatzes versuchten Polizei und Feuerwehr zunächst erfolglos, die Frauen zum Verlassen des Daches zu bewegen. Die Situation verschärfte sich, als mindestens eine Person Steine vom Dach warf.
Die Gegenstände schlugen teilweise nur wenige Meter neben den am Boden eingesetzten Kräften ein. Aufgrund der Gefahrenlage wurden auch Spezialeinsatzkräfte in den Einsatz eingebunden.
Einsatz endet erst nach Mitternacht
Erst kurz nach Mitternacht gelang es den Einsatzkräften, die drei Frauen zum Verlassen des Dachs zu bewegen.
Zwei der Beteiligten wurden anschließend in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht. Die dritte Person wurde einem Betreuer übergeben.
Mehrere Strafverfahren eingeleitet
Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren wegen:
- Hausfriedensbruchs
- versuchter gefährlicher Körperverletzung
- tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte
ein.
Darüber hinaus prüft die Polizei Dortmund, ob die Verantwortlichen für die Kosten des umfangreichen Einsatzes in Regress genommen werden können.
Polizei warnt eindringlich vor Nachahmung
Die Dortmunder Polizei warnt ausdrücklich davor, das Gebäude zu betreten oder auf das Dach des Kronenturms zu klettern. Nach Angaben der Beamten besteht dort akute Lebensgefahr.
Polizeiführer Achim Stankowitz erklärte, dass es sich nicht um den ersten Vorfall dieser Art an diesem Ort gehandelt habe. Solche Einsätze seien gefährlich, bänden erhebliche Einsatzkräfte und seien völlig unnötig.



