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Polizei Dortmund nur noch im Einsatz bei „Gefahr für Leib und Leben“ Vereine verantwortlich
© Radosewic I RheinRuhrAktuell

Polizei Dortmund nur noch im Einsatz bei „Gefahr für Leib und Leben“ Vereine verantwortlich


NRW-Polizei fordert mehr Verantwortung der Vereine

Die Sicherheitslage bei Fußballspielen in Nordrhein-Westfalen steht vor einem grundlegenden Wandel. Dortmunds Polizeipräsident Tim Frommeyer macht deutlich, dass Vereine künftig noch stärker in die Verantwortung genommen werden müssen. Ziel sei es, zu verhindern, dass einige wenige Gewalttäter und Chaoten dafür sorgen, dass Fußballspiele zunehmend zu Hochsicherheitsveranstaltungen werden.

Nach Ansicht der Polizei müsse der Fußball wieder stärker als das erlebt werden können, was er für hunderttausende Fans darstellt: ein friedliches und emotionales Sportfest.

460.000 Polizeistunden für Fußballspiele in einer Saison

Die Zahlen verdeutlichen die Dimension der Herausforderung. Allein in der vergangenen Saison leistete die Polizei in Nordrhein-Westfalen rund 460.000 Arbeitsstunden bei Fußballspielen.

Nach Angaben von Polizeipräsident Frommeyer entspricht dies etwa 350 Polizistinnen und Polizisten, die ein gesamtes Jahr ausschließlich für Fußballeinsätze eingesetzt wären.

Diese enorme Personalbindung könne auf Dauer nicht aufrechterhalten werden, da die Kräfte an vielen anderen Stellen dringend benötigt würden.

Neue Stadionallianzen sollen Sicherheit verbessern

Vor diesem Hintergrund begrüßt die Polizei ausdrücklich die neue Kooperationsvereinbarung der Stadionallianzen NRW, die von Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul gemeinsam mit den Vereinen der drei deutschen Profiligen vorgestellt wurde.

Reul betonte dabei die zentrale Rolle der Vereine bei der Gewährleistung der Sicherheit in den Stadien. Sein Ziel sei ein Fußballerlebnis ohne Gewalt und ohne den Einsatz von Pyrotechnik.

Die neue Zusammenarbeit soll den Austausch zwischen Polizei und Vereinen intensivieren und klare Zuständigkeiten schaffen.

Polizei wird im Stadion künftig weniger sichtbar sein

Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Konzepts ist die Aufgabenverteilung zwischen Veranstaltern und Sicherheitsbehörden.

Nach den Vorstellungen der Polizei sind die Vereine als Veranstalter primär für die Sicherheit innerhalb der Stadien verantwortlich. Sie kennen ihre Spielstätten, Abläufe und Fanszene am besten und sollen daher verstärkt eigene Sicherheitsmaßnahmen organisieren.

Für die Polizei bedeutet dies, dass Einsatzkräfte grundsätzlich nicht mehr dauerhaft im unmittelbaren Veranstaltungsbereich präsent sein sollen. Eingriffe erfolgen künftig vor allem dann, wenn eine Gefahr für Leib und Leben besteht oder Straftaten ein sofortiges Einschreiten notwendig machen.

Fanmärsche sollen meist ohne Polizeibegleitung stattfinden

Auch bei Fanmärschen sind Veränderungen vorgesehen. Diese sollen nach den Vorstellungen der Polizei künftig im Regelfall nicht mehr begleitet werden.

Polizeipräsident Frommeyer betont jedoch, dass dies keinen Rückzug der Sicherheitsbehörden darstelle. Vielmehr gehe es um eine klare und transparente Aufgabenteilung zwischen Polizei, Vereinen und Sicherheitsdiensten.

Konsequentes Vorgehen gegen bekannte Störer

Trotz einer veränderten Einsatzstrategie kündigt die Polizei eine konsequente Linie gegen gewaltbereite Personen an.

Leitender Polizeidirektor Achim Stankowitz, der unter anderem bei der UEFA EURO 2024 in Dortmund eine verantwortliche Rolle innehatte, unterstützt diesen Kurs ausdrücklich.

Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen:

  • Stadionverbote
  • Platzverweise
  • Bereichsbetretungsverbote
  • Meldeauflagen

Diese Instrumente gelten weiterhin als zentrale Bausteine zur Bekämpfung von Gewalt rund um Fußballspiele.

Einlasskontrollen werden wichtiger

Neben repressiven Maßnahmen soll auch die Prävention gestärkt werden.

Eine besondere Rolle spielen dabei die Einlasskontrollen, insbesondere im Kampf gegen das Einschmuggeln von Pyrotechnik. Hier sieht die Polizei die Veranstalter klar in der Verantwortung.

Durch frühzeitige Risikoanalysen, regelmäßige Abstimmungen und einen intensiven Informationsaustausch sollen mögliche Störungen bereits im Vorfeld erkannt und geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Gemeinsame Verantwortung für sichere Fußballfeste

Die Stadionallianz NRW setzt auf ein gemeinsames Sicherheitskonzept zwischen Vereinen, Behörden und weiteren Beteiligten. Ziel bleibt es, Fußballveranstaltungen sicherer zu machen und den Charakter des Sports als friedliches Gemeinschaftserlebnis zu bewahren.

Für die Polizei steht fest: Wer Gewalt ausübt oder Straftaten begeht, muss weiterhin mit konsequenten Maßnahmen rechnen. Gleichzeitig sollen Vereine künftig einen noch größeren Beitrag dazu leisten, dass Stadien sichere Orte für Familien, Fans und Besucher bleiben.


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