Hitzewellen und Tropennächte sorgen für steigende Nachfrage
Lange Hitzeperioden und immer häufiger auftretende Tropennächte stellen viele Menschen in Nordrhein-Westfalen vor die Herausforderung, Wohnräume angenehm kühl zu halten. Klimageräte erleben deshalb einen regelrechten Boom. Doch nicht jedes Gerät eignet sich für jeden Raum.
Die Verbraucherzentrale NRW rät dazu, vor dem Kauf die benötigte Kühlleistung genau zu prüfen. Eine falsch dimensionierte Klimaanlage könne trotz niedriger Anschaffungskosten schnell zur Kostenfalle werden.
Monoblock oder Splitgerät: Das sind die Unterschiede
Wer über die Anschaffung einer Klimaanlage nachdenkt, hat grundsätzlich die Wahl zwischen Monoblock-, Split- und mobilen Splitgeräten.
Monoblock-Klimageräte vereinen sämtliche Technik in einem Gehäuse und können direkt an einer normalen Steckdose betrieben werden. Die warme Abluft wird über einen Schlauch durch ein geöffnetes Fenster oder eine Tür nach draußen geleitet.
Split-Klimageräte bestehen dagegen aus einer Innen- und einer Außeneinheit. Die lauteren technischen Komponenten befinden sich außen am Gebäude, wodurch die Geräte im Wohnraum deutlich leiser arbeiten. Die Installation muss von einem zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden.
Eine Zwischenlösung sind mobile Splitgeräte. Sie verbinden viele Vorteile beider Systeme und können in der Regel ohne feste Installation genutzt werden.
Splitgeräte arbeiten deutlich effizienter
Bei der Energieeffizienz liegen fest installierte Split-Klimaanlagen klar vorne.
Die Verbraucherzentrale verweist auf die Effizienzwerte auf den Energielabeln:
- Gute Splitgeräte erreichen SEER-Werte zwischen 6 und 8 oder sogar darüber.
- Monoblockgeräte liegen meist bei EER-Werten zwischen 2,6 und 3,0.
Besonders problematisch bei Monoblockgeräten ist das geöffnete Fenster für den Abluftschlauch. Dadurch gelangt immer wieder warme Außenluft in den Raum und reduziert die tatsächliche Kühlleistung erheblich.
Nach Angaben der Verbraucherzentrale benötigen Monoblockgeräte für dieselbe Kühlwirkung in der Praxis oft das Zwei- bis Dreifache des Stromverbrauchs eines fest installierten Splitgerätes.
Die richtige Größe entscheidet über den Erfolg
Ein häufiger Fehler beim Kauf ist eine falsch gewählte Gerätegröße.
Die benötigte Kühlleistung hängt unter anderem ab von:
- Raumgröße
- Fensterflächen
- Sonneneinstrahlung
- Wärmedämmung
- Elektrischen Geräten im Raum
- Anzahl der Personen
Zu kleine Geräte laufen oft dauerhaft und erreichen dennoch nicht die gewünschte Temperatur. Zu große Anlagen schalten ständig ein und aus, arbeiten ineffizient und verschleißen schneller.
Auf Energielabel und Lautstärke achten
Besonders wichtig sind laut Verbraucherzentrale die Angaben auf dem Energielabel.
Interessenten sollten auf folgende Punkte achten:
- Stromverbrauch
- Energieeffizienz
- Betriebslautstärke
- Verwendetes Kältemittel
Gerade für Schlafzimmer spielt eine niedrige Geräuschentwicklung eine entscheidende Rolle. Auch Außengeräte von Splitanlagen sollten mit Blick auf Nachbarn möglichst leise arbeiten.
So sparen Nutzer Strom beim Kühlen
Eine Klimaanlage sollte nicht dauerhaft laufen. Sinnvoll ist es beispielsweise, Räume gezielt vorzukühlen.
Weitere Energiespartipps:
- Fenster und Türen während des Betriebs geschlossen halten
- Fensterabdichtungen verwenden
- Abluftschläuche möglichst kurz halten
- Außengeräte nicht zustellen
- Raumtemperatur nicht unnötig niedrig einstellen
Fest installierte Splitgeräte sollten zudem regelmäßig gewartet und die Filter gereinigt werden.
Gibt es Förderungen für Klimaanlagen?
Normale Klimageräte zur reinen Kühlung werden grundsätzlich nicht gefördert.
Anders sieht es bei bestimmten Splitanlagen aus: Da diese technisch als Luft-Luft-Wärmepumpen arbeiten können, sind unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse über die Heizungsförderung der KfW möglich.
Voraussetzung ist unter anderem, dass die Anlage einen wesentlichen Teil des Wärmebedarfs des Gebäudes deckt und eine bisherige Heizlösung ersetzt.
Oft helfen Rollläden und Markisen besser als Technik
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass der wirksamste Hitzeschutz bereits vor dem Gebäude beginnt.
Besonders effektiv sind:
- Rollläden
- Außenjalousien
- Markisen
- Sonnenschutzverglasungen
Innenliegende Vorhänge können die Erwärmung zwar reduzieren, erreichen jedoch nicht die Wirkung eines außenliegenden Sonnenschutzes.
Ventilatoren bleiben die günstige Alternative
Wer keine Klimaanlage anschaffen möchte, kann mit Ventilatoren oft bereits eine spürbare Verbesserung erzielen.
Zwar senken sie die Raumtemperatur nicht tatsächlich, erzeugen jedoch eine Luftbewegung, die als angenehm kühl empfunden wird. Gleichzeitig verbrauchen sie deutlich weniger Strom als Klimageräte und sind wesentlich kostengünstiger.
Fazit: Kühlung sollte gut geplant werden
Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, vor dem Kauf einer Klimaanlage genau zu prüfen, welche Lösung zum eigenen Zuhause passt. Während Splitgeräte die effizienteste Kühltechnik bieten, können mobile Lösungen oder sogar Ventilatoren für viele Haushalte ausreichend sein. Oft lässt sich die Hitzebelastung bereits durch Verschattung und richtiges Lüften deutlich reduzieren.




