1,6 Millionen Besucher nach vier Tagen erwartet
Die Cranger Kirmes 2026 begeistert die Massen: Bereits nach den ersten Veranstaltungstagen ziehen Stadt, Sicherheitsbehörden und Schausteller eine durchweg positive Zwischenbilanz. Nach Schätzungen der Stadt Herne werden vom Kirmesstart am Donnerstag, 6. August, bis Sonntagabend rund 1,6 Millionen Besucher den etwa elf Hektar großen Kirmesplatz am Rhein-Herne-Kanal besucht haben.
Allein am Eröffnungstag kamen rund 200.000 Besucher und damit deutlich mehr als im Vorjahr. Am Freitag und Samstag strömten zusammen etwa 875.000 Menschen auf das größte Volksfest Nordrhein-Westfalens. Bereits zur Mittagszeit am Sonntag war der Platz bei bestem Sommerwetter hervorragend gefüllt.
Veranstalter begeistert von Eröffnungswochenende
Kirmesdezernent Dr. Frank Burbulla zeigte sich auf einer Pressekonferenz im Cranger Biergarten hochzufrieden mit dem bisherigen Verlauf.
Besonders die offizielle Eröffnung mit Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda, NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sowie dem Konzert von The BossHoss hinterließ Eindruck. Nach Einschätzung Burbullas gehörte der Auftritt der Country-Rocker zu den besten musikalischen Darbietungen der vergangenen Jahre auf Crange.
Auch der neugestaltete Pferdemarkt wurde von den Verantwortlichen gelobt. Die traditionsreiche Veranstaltung, die auf die historischen Ursprünge der Cranger Kirmes zurückgeht, erhielt in diesem Jahr ein überarbeitetes Konzept und wurde von vielen Besuchern positiv aufgenommen.
Neue Attraktionen kommen bei Besuchern hervorragend an
Auch die zahlreichen Neuheiten auf dem Kirmesplatz sorgen für Begeisterung.
Besonders gefragt ist die neue Geisterbahn „Diablos Residenz“, die im vergangenen Jahr noch nicht rechtzeitig fertiggestellt werden konnte. Ebenso erfreut sich das neue Cranger Weinzelt großer Beliebtheit. Dort finden Weinproben mit Winzern sowie Club-Nights mit DJ-Musik statt.
Weitere Publikumsmagneten sind:
- Das Riesenrad „High Sky“
- Die Familienattraktion „Brunos freche Fahrt“
- Der Musikexpress „Disco Jet“
- Zahlreiche neue Gastronomieangebote
Nach Angaben der Veranstalter präsentiert sich der Platz erstmals seit Jahren ohne erkennbare Lücken und mit einer ausgewogenen Mischung aus Familienattraktionen, Großfahrgeschäften und klassischen Kirmesangeboten.
Polizei zieht positive Sicherheitsbilanz
Trotz des enormen Besucheraufkommens verlief die Veranstaltung bislang überwiegend friedlich.
Die Polizei registrierte in den ersten drei Kirmestagen insgesamt 72 Einsätze. Dabei handelte es sich überwiegend um Vermisstensuchen, Hilfeleistungen und kleinere Vorfälle.
Die Bilanz im Überblick:
- 72 Polizeieinsätze
- 6 Ingewahrsamnahmen
- 15 Körperverletzungsdelikte
- 4 Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte
- 2 Unfälle
Nach Angaben der Polizei standen bei mehreren Vorfällen Alkohol und aggressives Verhalten im Zusammenhang mit den Einsätzen. Angesichts der hohen Besucherzahlen bewertet die Einsatzleitung die Lage jedoch als insgesamt ruhig.
E-Scooter-Unfall sorgt für Kritik
Zu den wenigen Zwischenfällen zählt ein Unfall mit einem E-Scooter-Fahrer, der auf dem Kirmesgelände ein Kind leicht verletzte.
Die Polizei erinnerte daran, dass das Befahren des Platzes mit E-Scootern und Fahrrädern ausdrücklich verboten ist. Aufgrund der Menschenmengen sei dies eine erhebliche Gefährdung für Besucher.
Feuerwehr meldet ruhige Lage
Auch die Feuerwehr Herne zeigt sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Kirmes.
Besonders positiv wurde die Resonanz auf den Festumzugswagen von Jacques Tilly aufgenommen, der anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Löschzugs Eickel eingesetzt wurde und für mehr Respekt gegenüber Einsatzkräften werben sollte.
Für Unmut sorgte allerdings ein mutmaßlicher Missbrauch des Notrufs. Einsatzkräfte wurden alarmiert, nachdem gemeldet worden war, mehrere Personen seien in den Rhein-Herne-Kanal gesprungen und eine Person sei nicht wieder aufgetaucht. Vor Ort stellte sich die Meldung jedoch als falsch heraus.
DRK behandelt vor allem Kreislaufprobleme
Das Deutsche Rote Kreuz spricht ebenfalls von einer weitgehend normalen Kirmeslage.
Insgesamt mussten die Helfer bislang 124 medizinische Hilfeleistungen erbringen. Die meisten Einsätze standen im Zusammenhang mit den sommerlichen Temperaturen und Kreislaufproblemen.
Besuchern wird empfohlen:
- Ausreichend trinken
- Schattenbereiche nutzen
- Regelmäßige Pausen einlegen
Auf dem Festgelände stehen dafür unter anderem Trinkwasserspender zur Verfügung.
Schausteller loben Stimmung und Besucherverhalten
Auch die Schausteller zeigen sich mit dem Start der Cranger Kirmes äußerst zufrieden.
Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, lobte die positive Stimmung auf dem Platz und den respektvollen Umgang der Besucher mit den Einsatzkräften.
Auch Patrick Arens, Präsident des Bundesverbandes für Schausteller und Marktkaufleute, berichtete von einem außergewöhnlich erfolgreichen Festumzug sowie guten Umsätzen aufgrund des sommerlichen Wetters.
Abschlussfeuerwerk steht unter Wettervorbehalt
Ein Höhepunkt steht noch bevor: Das große Abschlussfeuerwerk am 16. August um 22:30 Uhr.
Ob das Feuerwerk tatsächlich stattfinden kann, entscheidet sich jedoch kurzfristig vor Ort. Nach Angaben der Feuerwehr gelten besondere Sicherheitsregeln. Demnach darf ein Feuerwerk nicht gezündet werden, wenn gleichzeitig folgende Bedingungen erfüllt sind:
- Temperaturen über 30 Grad Celsius
- Windgeschwindigkeiten über 30 km/h
- Luftfeuchtigkeit unter 30 Prozent
Die endgültige Entscheidung soll erst am Veranstaltungstag fallen.
Fazit: Crange 2026 steuert auf Rekordbesuch zu
Nach den ersten vier Veranstaltungstagen deutet vieles auf eine äußerst erfolgreiche Cranger Kirmes 2026 hin. Hohe Besucherzahlen, beliebte Neuheiten, ein friedlicher Verlauf und zufriedene Schausteller sorgen für eine positive Stimmung auf dem größten Volksfest Nordrhein-Westfalens.
Mit dem großen Abschlusswochenende und dem möglichen Feuerwerk stehen die größten Besuchertage sogar noch bevor.




