Gewalt und Mobbing bleiben ein ernstes Thema im Schulalltag
Gewalt und Mobbing an Schulen beschäftigen auch in Hagen zunehmend Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler. Zwar gibt es keine veröffentlichten Gesamtzahlen speziell für alle Hagener Schulen, doch lokale Initiativen, politische Diskussionen und Präventionsangebote zeigen deutlich, dass das Thema in der Volmestadt präsent ist.
Die Formen der Gewalt reichen von Beleidigungen und Ausgrenzung über Cybermobbing bis hin zu körperlichen Angriffen. Besonders besorgniserregend ist dabei, dass entsprechende Vorfälle bereits in Grundschulen auftreten können.
Mobbing beginnt oft schleichend
Experten weisen darauf hin, dass Mobbing selten mit offener Gewalt beginnt. Häufig stehen zunächst Ausgrenzungen, verbale Angriffe, Gerüchte oder Demütigungen im Mittelpunkt. Mit der zunehmenden Nutzung sozialer Medien verlagern sich Konflikte zudem immer häufiger ins Internet.
Die Arbeitsgemeinschaften und Präventionsangebote in Hagen beschäftigen sich deshalb nicht nur mit körperlicher Gewalt, sondern auch mit psychischer Gewalt und Cybermobbing.
Eine in den Berichten zitierte Umfrage der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) aus dem Jahr 2024 zeigt die Dimension des Problems. Demnach berichteten 98 Prozent der befragten Lehrkräfte von Fällen physischer oder psychischer Gewalt an ihren Schulen. Häufig genannt wurden Beschimpfungen, Beleidigungen, Mobbing sowie Schläge und Tritte
Mehr als die Hälfte der Lehrkräfte beobachtete laut den zitierten Ergebnissen zudem eine Zunahme psychischer Gewalt seit der Corona-Pandemie
Hagener Eltern berichten von eigenen Erfahrungen
Wie nah das Thema vielen Familien geht, zeigt ein Beispiel aus Hagen. In einem WDR-Bericht schilderte eine Mutter, dass ihr Sohn bereits kurz nach der Einschulung Opfer eines körperlichen Angriffs geworden sei. Nach ihren Angaben sei das Kind von einem Mitschüler angegriffen und gewürgt worden.
Solche Erfahrungen verdeutlichen, warum viele Eltern eine stärkere Gewaltprävention an Schulen fordern.
Präventionsarbeit soll Kinder stärken
In Hagen gibt es verschiedene Angebote zur Gewalt- und Mobbingprävention. Die Hagener Kriminaloberkommissarin Maike Schmidt engagiert sich beispielsweise mit speziellen Kursen für Kinder und Eltern. Ziel dieser Programme ist es, Selbstvertrauen, Empathie und soziale Kompetenzen zu stärken, um Konflikte frühzeitig zu verhindern.
Zu den Angeboten gehören unter anderem:
- Gewaltpräventionskurse für Grundschulkinder
- Eltern-Kind-Kurse
- Programme für Kinder mit Mobbingerfahrungen
- Übungen zur Stärkung von Teamfähigkeit und Selbstbewusstsein
Politik fordert mehr Transparenz
Auch die kommunale Politik beschäftigt sich inzwischen intensiv mit dem Thema. Die FDP-Ratsgruppe Hagen verwies Anfang 2025 auf Berichte von Eltern und eine wachsende öffentliche Diskussion über Gewaltvorfälle an Schulen. In einer offiziellen Anfrage wurde unter anderem nach Präventionsprogrammen, Schulprojekten und einer möglichen Erfassung von Vorfällen gefragt.
Dabei wurde betont, dass Vorfälle von Mobbing über körperliche Übergriffe bis hin zu sexuellen Grenzverletzungen reichen können.
Schulpsychologie und Beratungsangebote als wichtige Säulen
Die Stadt Hagen setzt auf verschiedene Unterstützungsangebote. Die Schulpsychologische Beratungsstelle bietet Schulen unter anderem:
- Beratung für Lehrkräfte
- Krisenbegleitung
- Workshops
- Mobbinginterventionen
- Gewaltpräventionsangebote
- Unterstützung bei Schutzkonzepten gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch
Darüber hinaus werden Fortbildungen zum Umgang mit Mobbing, Gewaltprävention und Konfliktbewältigung angeboten.
Polizei Hagen setzt auf Prävention
Auch die Polizei Hagen engagiert sich mit verschiedenen Präventionsmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem:
- Gewaltprävention
- Jugendschutzprogramme
- Sucht- und Drogenprävention
- Schutz vor sexueller Gewalt
- Präventionsangebote gegen Internetkriminalität und Cybermobbing
Die Polizei arbeitet dabei mit Schulen, Behörden und weiteren Institutionen zusammen.
Schulen sollen sichere Orte bleiben
Das nordrhein-westfälische Schulministerium betont, dass Schulen Orte sein müssen, an denen physische und psychische Gewalt keinen Platz haben dürfen. Gewaltprävention umfasst dabei Maßnahmen gegen körperliche Übergriffe ebenso wie gegen Mobbing, Ausgrenzung und Diskriminierung.
Zu den wichtigen Bausteinen gehören laut Schulministerium Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, Beratungslehrkräfte und verschiedene Präventionsprojekte.
Fazit: Prävention bleibt entscheidend
Gewalt und Mobbing sind auch an Hagener Schulen eine Herausforderung. Lokale Präventionsprojekte, schulpsychologische Angebote und die Arbeit von Polizei und Schulen zeigen jedoch, dass dem Problem aktiv begegnet wird. Experten sind sich einig, dass frühzeitige Aufklärung, die Förderung sozialer Kompetenzen und eine enge Zusammenarbeit von Elternhaus, Schule und Behörden die wichtigsten Bausteine sind, um Gewalt und Mobbing nachhaltig einzudämmen.



