Gänsehaut in der Veltins-Arena: Vor rund 40.000 Zuschauern haben Janina Hettich‑Walz und Justus Strelow die Biathlon World Team Challenge 2025 gewonnen – und damit den ersten deutschen Sieg auf Schalke seit neun Jahren gefeiert. Die bett1.de Biathlon-Showveranstaltung fand am Sonntag, 28. Dezember 2025, bereits zum 22. Mal in Gelsenkirchen statt und verwandelte das Fußballstadion einmal mehr in ein Winter-Spektakel der Superlative.
Neue Strecke, altes Spektakel
Erstmals seit rund zehn Jahren wurde die Strecke in und um die Arena grundlegend überarbeitet. Der Rundkurs wurde auf etwa 1,4 Kilometer verlängert, was die Laufabschnitte anspruchsvoller und das Rennen dynamischer machte. Zusätzliche Anstiege und Richtungswechsel sorgten für mehr Überholmöglichkeiten – und erhöhten den Druck am Schießstand.
Zehn Mixed-Teams aus neun Nationen waren zur bett1.de Biathlon World Team Challenge eingeladen, Deutschland ging wie gewohnt mit zwei Duos an den Start. Die Veranstaltung ist kein Teil des Weltcups, hat sich aber als Showrennen kurz nach Weihnachten fest im Biathlon-Kalender etabliert.
Massenstart und Verfolgung zur Prime Time
Der Abend bestand aus zwei Rennen: einem Massenstart und einem anschließenden Verfolgungsrennen. Im Massenstart gingen alle Teams gleichzeitig ins Rennen, das Ergebnis bildete die Basis für die Startreihenfolge der Verfolgung. Jede Strafrunde nach Fehlern am Schießstand kostete wertvolle Sekunden – im engen Stadionsetting besonders schmerzhaft.
Die ARD übertrug beide Rennen live: den Massenstart bereits am früheren Abend, die Verfolgung ab 19.05 Uhr zur besten Sendezeit. Damit erreichte der Biathlon auf Schalke sowohl die Fans in der Arena als auch ein großes TV‑Publikum.
Hettich‑Walz und Strelow lassen Arena beben
Aus deutscher Sicht wurde der Abend zum sportlichen Märchen. Janina Hettich‑Walz und Justus Strelow überzeugten mit starken Laufleistungen und nervenstarkem Schießen. Sie blieben in den entscheidenden Momenten fehlerfrei, während einige Konkurrenten patzten – und setzten sich so gegen die internationale Elite durch. Für Biathlon-Deutschland war es der erste Erfolg auf Schalke seit 2016.
Besonders im Finale der Verfolgung steigerte sich die Stimmung in der Arena von Runde zu Runde. Als Strelow mit deutlichem Vorsprung in die letzte Runde einbog, stand das ganze Stadion. Der Zieleinlauf des deutschen Duos wurde zum emotionalen Höhepunkt, die Fans feierten den lang ersehnten Heimsieg mit Sprechchören und Fahnenmeer.
Internationale Konkurrenz, prominente Namen
Die Konkurrenz war prominent besetzt: Unter anderem ging ein französisches Team mit Fabien Claude und Lou Jeanmonnot an den Start. Beide gehören zur Weltspitze im Weltcup und hatten sich einiges vorgenommen. Auch Teams aus Österreich und weiteren Nationen nutzten die Bühne, um sich kurz nach Weihnachten in Szene zu setzen.
Die World Team Challenge gilt bei vielen Athleten als willkommene Abwechslung im dichten Weltcup-Terminkalender: weniger Druck als bei einem regulären Weltcuprennen, dafür mehr Nähe zu den Fans – und eine Atmosphäre, die eher an ein großes Fußballspiel erinnert als an ein klassisches Biathlonstadion im Wald.
Gedenken an Sivert Guttorm Bakken
Überschattet wurde die Show von einem tragischen Ereignis: Kurz vor dem Event war der norwegische Biathlet Sivert Guttorm Bakken verstorben. In der Veltins-Arena wurde mit einer Gedenkminute an den Norweger erinnert. Inmitten von Lichteffekten und Partystimmung herrschte für einen Moment absolute Stille – ein starkes Zeichen des Zusammenhalts innerhalb der Biathlonfamilie.
Winterdorf, Party und Familienevent
Neben der Strecke lockte ein großes Winterdorf auf dem Außengelände. DJs, Mitmach-Module, Sponsorenstände und ein breites kulinarisches Angebot sorgten ganztägig für Volksfeststimmung. In der Arena rundeten Lichtershows, Musik-Acts und Pyrotechnik das Programm ab – „Biathlon auf Schalke“ präsentierte sich erneut als Mischung aus Spitzensport und Entertainment.
Der FC Schalke 04 und der Deutsche Skiverband sprechen von einem Event mit „enormer Strahlkraft“. Schon seit über zwei Jahrzehnten begeistert die World Team Challenge Wintersport-Fans im Ruhrgebiet und weit darüber hinaus. Für Hettich‑Walz und Strelow war der Sieg in dieser besonderen Kulisse mehr als nur ein Show-Erfolg – es war ein emotionales Ausrufezeichen in einem ohnehin vollen Biathlonwinter.
Auch 2026 kehrt der Biathlon auf Schalke zurück.
Die Ergebnisse in der Übersicht
1. Hettich-Walz/Strelow (GER 1)
2. Jeanmonnot/Claude (FRA) +21,4
3. Arnekleiv/Oeverby (NOR) +1:12,8
4. Häcki-Groß/Burkhalter (SUI) +1:25,4
5. Minkkinnen/Seppaälä (FIN) +1:28,2
6. Davidova/Mikyska (CZE) +2:01,7
7. Lie/Claude (BEL) +2:28,9
8. Fichtner/Riethmüller (GER 2) +2:28,9
9. Steiner/Komatz (AUT) +2:53,5
10. Lampic/Dovzan (SLO) LAP



